Wetter: Ausnahmezustand in Teilen Südosteuropas Wiesbaden (WETTER.NET), 08.02.2012 - Die Lage auf dem Balkan ist kritisch, nachdem sich nun schon seit mehr als einer Woche milde Mittelmeerluft und eisige Polarluft einen Kampf um jeden Kubikmeter liefern.
Dieses Hin und Her zwischen dem Vorwärtskommen von kalter und warmer Luft bliebt nicht ohne Folgen. So sind in Serbien und im Kosovo Schnee im Überfluss gefallen, zahllose Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten. Die Behörden haben deshalb dort den Ausnahmezustand ausgerufen. Das Szenario einer einsetzenden Schneeschmelze der in den Gebirgen teils bis zu vier Meter hohen Schneeschicht bei gleichzeitigen Regenfällen wollen wir erst gar nicht näher beleuchten. Einen Vorgeschmack hierauf bieten die Vorkommnisse in Bulgarien. Dort ist aufgrund der Schneeschmelze bei gleichzeitigem Regen und Eisregen ein Staudamm außer Kontrolle geraten. Die Wassermassen sprengten den Staudamm und ergossen sich über zahlreiche Dörfer im Umfeld. Dabei wurden Häuser beschädigt oder gar weggerissen. Während die bisherigen Schnee- und Regenwolken nach Süden und Osten abwandern, formiert sich über dem Mittelmeer am Wochenende neues Ungemach und wandert ostwärts zum Balkan, warnen die Meteorologen von WETTER.NET. Allerdings sind diesmal die Temperaturgegensätze nicht mehr so massiv, die Übergänge vom Frost- zum Tauwetter gehen etwas langsamer vor sich.
Udo Baum Diplom-Geograf und Meteorologe
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