Wetter: Klirrende gefühlte Temperaturen Wiesbaden (WETTER.NET), 02.02.2012 - Nicht nur die tatsächlichen Temperaturen lassen uns derzeit zittern. Blickt man einmal auf die gefühlten Werte, so geht es teils weit unter minus 30 Grad zurück. Ursache dafür ist ein kräftiger Nordostwind, der die polare Kälte direkt heranweht.
Die gefühlte Temperatur ist ein subjektives Maß für das thermische Wohlbefinden, das bedeutet, wie man die Umgebungstemperatur wahrnimmt. Dadurch unterscheidet sie sich von der gemessenen, tatsächlichen Temperatur teils erheblich. Je mehr Wärme der menschliche Körper produzieren muss, um nicht zu frieren, desto größer ist das Gefühl des Unwohlseins. Es entsteht Kältestress. Die Beurteilung der gefühlten Temperatur hängt nicht nur von der regionalen Herkunft, sondern auch vom physischen und psychischen Zustand eines Menschen ab. Kinder und ältere Menschen frieren erfahrungsgemäß deutlich schneller als beispielsweise ein sportlicher Mann zwischen 30 und 40 Jahren. Der durch die gefühlten Temperaturen produzierte Kältestress wird in unterschiedliche Kategorien eingestuft. Bei 0 bis minus 13 Grad spricht man von schwachem Kältestress, bis minus 26 Grad von mäßigem, bis minus 39 Grad von starkem und darunter von extremen Kältestress. Als Beispiel: Auf dem Brocken liegen die gefühlten Werte derzeit unter minus 40 Grad. Wer sich also auf den Gipfel wagt, setzt sich einer hohen Temperaturbelastung aus und sollte nur mit mehreren dicken Kleidungsschichten unterwegs sein.
Franziska Polak Diplom-Geografin und Meteorologin
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