
Am Freitag steht im Westen und Südwesten die nächste Hitzespitze an – und das Robert Koch-Institut legt zugleich eine bittere Zwischenbilanz vor. Rund 12.500 Menschen sind in Deutschland in diesem Jahr nach Schätzung des Instituts hitzebedingt gestorben, mehr als in jedem kompletten Jahr seit 2016. Der Sommer 2026 ist dabei noch nicht zu Ende.
12.500 Fälle bis Anfang August
Der aktualisierte Wochenbericht des Robert Koch-Instituts vom 13. August weist für den Zeitraum 6. April bis 2. August rund 12.500 hitzebedingte Sterbefälle aus, mit einem Unsicherheitsbereich von 11.200 bis 13.600. Zum Vergleich: 2018 waren es im gesamten Jahr 9.400 Fälle, 2019 etwa 7.700. Allein auf die Rekordwoche Ende Juni mit Werten um und über 40 Grad gehen etwa 9.600 Fälle zurück. Es handelt sich nicht um eine Einzelfallzählung, sondern um eine bewusst konservative statistische Schätzung aus Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes und Temperaturdaten von 52 DWD-Stationen.
Saarland trägt die höchste Last
Auffällig ist das Gefälle zwischen den Bundesländern. Bundesweit entfallen 15 hitzebedingte Sterbefälle auf 100.000 Einwohner, im Saarland sind es 43,4, in Rheinland-Pfalz 38,7, in Hessen 27,2 und in Baden-Württemberg 23,9. Das deckt sich mit jenen Regionen, die im Juni und Juli die höchsten Temperaturen erlebten. Noch klarer ist der Altersunterschied: Bei den unter 65-Jährigen liegt die Rate bei 1,9 pro 100.000, bei den Hochaltrigen ab 85 Jahren bei 193,6. Rund 6.300 der geschätzten Fälle betreffen diese älteste Gruppe.
Freitag folgt die nächste Spitze
Entspannung bringt die kommende Woche erst spät. Nach der DWD-Wochenvorhersage der Wettergefahren vom 13. August, 11 Uhr, herrscht am Freitag in weiten Teilen Westdeutschlands starke Wärmebelastung, für Nordrhein-Westfalen gelten amtliche Hitzewarnungen, verbreitet sind 30 bis 38 Grad zu erwarten. Am Samstag und Sonntag folgen kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen, ab Dienstag kühlt es auf 20 bis 28 Grad ab. Bundesärztekammer und rund 80 europäische Gesundheitsorganisationen fordern inzwischen mehr Tempo beim Hitzeschutz, vor allem in Kliniken und Pflegeheimen.