Der April 2026 reiht sich nach aktuellen Daten des Copernicus Climate Change Service (C3S) in eine Serie außergewöhnlich warmer Monate ein. Global lag die mittlere Oberflächentemperatur bei 14,89 °C und damit 0,52 °C über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1991–2020.
Damit gehört der Monat zu den drittwärmsten Aprilwerten seit Beginn der Aufzeichnungen. Gegenüber dem vorindustriellen Niveau (1850–1900) ergibt sich eine Abweichung von rund 1,43 °C. Besonders markant war erneut der Zustand der Weltmeere.
Die mittlere Meeresoberflächentemperatur in den außertropischen Breiten (60°S–60°N) erreichte 21,00 °C und damit den zweithöchsten jemals für einen April gemessenen Wert.
Großflächige positive Anomalien dominierten insbesondere den tropischen Pazifik, wo sich zunehmend Bedingungen in Richtung eines möglichen El-Niño-Ereignisses entwickelten. In mehreren Ozeanregionen traten zudem ausgeprägte marine Hitzewellen auf.
Auf kontinentaler Ebene zeigte Europa ein deutlich gegliedertes Muster:
Insgesamt lag der April im europäischen Mittel leicht über dem klimatologischen Durchschnitt und erreichte den zehntwärmsten April der Messreihe.
Während Südwesteuropa – insbesondere Spanien – außergewöhnlich hohe Temperaturen und teils neue Monatsrekorde verzeichnete, blieb es in Teilen Osteuropas unterdurchschnittlich kühl.
Auch die Kryosphäre (Eis- und Schnee-Zone der Erde) reagierte deutlich:
Die arktische Meereisausdehnung lag rund fünf Prozent unter dem Mittelwert und erreichte den zweitniedrigsten Aprilstand der Beobachtungsreihe.
Besonders starke Defizite wurden in der Barentssee und im Bereich des Ochotskischen Meeres (nordwestlichen Pazifikraum in Nordostasien) registriert.
In der Antarktis lag die Ausdehnung ebenfalls unter dem langjährigen Mittel, jedoch weniger extrem als in der Arktis.
Hydrologisch zeigte sich ein stark kontrastreiches Bild:
West- und Mitteleuropa waren überwiegend zu trocken, bedingt durch stabile Hochdrucklagen.
Demgegenüber standen deutlich zu nasse Regionen in Teilen Osteuropas, des Nahen Ostens sowie in Süd- und Zentralasien. Dort kam es lokal zu Überschwemmungen und schweren Starkregenereignissen.
Gleichzeitig traten in Teilen Afrikas, Australiens und Südamerikas ausgeprägte Trockenanomalien auf.
Die Kombination aus rekordnahen Ozeantemperaturen, reduziertem Meereis und stark variierenden Niederschlagsmustern unterstreicht die anhaltend hohe Dynamik im globalen Klimasystem und die enge Kopplung zwischen Atmosphäre und Ozean.
„April 2026 adds to the clear signal of sustained global warmth. Sea surface temperatures were near record levels with widespread marine heatwaves, Arctic sea ice remained well below average, and Europe saw sharp contrasts in temperature and rainfall; all hallmarks of a climate increasingly shaped by extremes." — Samantha Burgess, Strategic Lead for Climate, ECMWF
Quelle:
Copernicus Climate Change Service (C3S), European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF), Climate Bulletin April 2026, Datenbasis ERA5, veröffentlicht am 08.05.2026.
https://climate.copernicus.eu/second-highest-sea-surface-temperatures-recorded-during-third-warmest-april-globally
