
Satellitenbilder zeigen ausgedehnte grünliche Schlieren zwischen Rostock, Hiddensee und der polnischen Küste. An vielen Ostsee-Badestellen und an Dutzenden Binnenseen blühen die Blaualgen, mancherorts gilt bereits ein Badeverbot. Der Dürresommer hat ihnen den Weg bereitet – und der Wetterumschwung dieser Woche beendet das Problem nicht so schnell, wie viele Badegäste hoffen.
Warnungen von Boltenhagen bis Hiddensee
An der Küste Mecklenburg-Vorpommerns meldet das Landesamt für Gesundheit und Soziales erhöhte Cyanobakterien-Werte unter anderem für Nienhagen, Kühlungsborn, Heiligendamm, Elmenhorst und Warnemünde sowie für mehrere Strandabschnitte in Boltenhagen und die Wohlenberger Wiek. Das Gesundheitsministerium in Schwerin rät, Bereiche mit sichtbaren Algenansammlungen zu meiden. In Schleswig-Holstein gelten Badewarnungen etwa für Haffkrug, Sierksdorf, Grömitz und Dahme, an vier Seen im Kreis Rendsburg-Eckernförde – darunter Bordesholmer See und Brahmsee – sogar Badeverbote. Polen hat vier Strände an Hel und Danziger Bucht gesperrt.
Auch Seen im Süden betroffen
Das Problem endet nicht an der Küste. Der ADAC listet Blaualgen unter anderem im Altmühlsee, im Simssee, im Zwischenahner Meer, im Tollensesee und in hessischen Gewässern wie der Edertalsperre und dem Aartalsee. In Bayern gilt am Bismarckweiher im Kreis Weilheim-Schongau ein Badeverbot, vom Untreusee bei Hof wird dringend abgeraten. Ursache ist die Mischung aus wochenlanger Hitze, wenig Regen, viel Sonne und reichlich Nährstoffen im Wasser. Faustregel: Wer im knietiefen Wasser die eigenen Füße nicht mehr sieht, bleibt besser draußen. Für Hunde kann ein Schluck Algenwasser tödlich enden.
Was der Wetterumschwung ändert
Der Wetterwechsel hilft, aber nur langsam. Die DWD-Wochenvorhersage der Wettergefahren vom Montag, 11:00 Uhr, kündigt eine unbeständige Woche an, mit kräftigen Gewittern vor allem im Süden und möglichem Stark- oder Dauerregen am Freitag. Wind, Wellen und kühlere Luft können die Algenteppiche binnen weniger Tage auseinandertreiben, weil sich die Bakterien dann nicht mehr ruhig an der Oberfläche sammeln. Verschwunden sind sie damit nicht: Die Ostsee liegt noch bei rund 20 Grad, die Nährstoffe bleiben im Wasser. Ein festes Ende der Lage lässt sich derzeit nicht angeben.