
Der Sommer 2026 hat sich in Deutschland bis Anfang August bis auf wenige Zehntelgrad an den Jahrhundertsommer 2003 herangeschoben. Dann kam der Wetterumschwung. Ob am Ende ein neuer Rekord in den Büchern steht, entscheiden nun die letzten Augusttage mit Gewittern, Regen und Höchstwerten von nur noch 17 bis 27 Grad.
Nur Zehntelgrad hinter 2003
Die Marke, um die es geht, lautet 19,7 Grad: So warm war der Sommer 2003 im deutschlandweiten Mittel, 3,4 Grad über dem Vergleichszeitraum 1961 bis 1990 und damit der wärmste seit Messbeginn 1881. Der Sommer 2026 lag Anfang August je nach Auswertung nur ein bis vier Zehntelgrad darunter. Die Zwischenbilanz erklärt, warum: im Flächenmittel rund 34 Sommertage und gut 15 Hitzetage ab 30 Grad, dazu 41,7 Grad am 27. Juni in Neißemünde-Coschen in Brandenburg und 39,4 Grad am 4. August in Regensburg.
Die Schlusswoche dreht am Mittel
Seit dem Wochenende ist der Hochsommer abgemeldet. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für diese Woche unbeständiges Wetter mit Schauern und teils kräftigen Gewittern vor allem im Süden und Südosten, Höchstwerte von 17 bis 27 Grad und am Donnerstag und Freitag länger anhaltenden Regen. Weil ein Sommermittel über 92 Tage läuft, verschieben zwei kühlere Wochen die Bilanz allerdings nur um wenige Zehntelgrad - und genau in dieser Größenordnung liegt der Abstand zu 2003. Es bleibt also spannend bis zum Monatsende, wenn die vorläufige DWD-Bilanz vorliegt.
In Österreich ist der Rekord fast fix
Südlich der Grenze ist die Sache klarer. GeoSphere Austria hält es nach Angaben von Klimatologe Gerhard Hohenwarter für nahezu sicher, dass 2026 der wärmste Sommer der österreichischen Messgeschichte wird. Bis zum 11. August lag er rund 2,7 Grad über dem Mittel 1991 bis 2020 und damit etwa 0,4 Grad vor den bisherigen Rekordhaltern 2024 und 2003. Dazu kommt die Trockenheit: Der Juli war einer der vier niederschlagsärmsten seit 169 Jahren. Dass ein Sommer wie 2003, einst als Jahrhundertereignis eingeordnet, überhaupt wieder eingeholt wird, ist die eigentliche Nachricht.