
Der Winter klopft im Osten Europas an: Eine Kaltfront aus dem Baltikum hat am Freitag den ersten Schnee der Saison in die Ukraine gebracht. Von den Karpaten bis Kiew fielen Flocken, anderswo prasselten Hagel und gefrierender Regen nieder. In der Nacht zum Sonntag droht verbreitet Glätte. In Deutschland sorgt dasselbe Hoch über Osteuropa vorerst nur für Nebel und Frost.
Von den Karpaten bis Kiew
Zuerst wurde es in den Bergen weiß. Ukrainische Medien meldeten am Freitag, 6. November, Schnee bei Slawske und Tuchlja im Gebiet Lwiw, im Skigebiet Plai sowie in Tatariw und Bukowel. In Kamjanez-Podilskyj und Winnyzja fiel nasser Schnee mit Regen vermischt. Am Abend erreichten die Flocken auch Kiew, im Bezirk Boryspil bildete sich stellenweise eine dünne Schneedecke auf Autos und Straßen. In Tscherkassy und im nordostukrainischen Schostka gab es statt Schnee Hagel, in Tscherkassy und Teilen von Krywyj Rih auch gefrierenden Regen. Ursache ist eine Kaltfront, die rasch aus dem Baltikum nach Süden vorankam.
Frost bis minus sechs Grad, aber kein Dauerwinter
Das Ukrainische Hydrometeorologische Zentrum hatte für die Nacht zum Samstag leichten Schnee und Schneeregen in den meisten Landesteilen angekündigt, nur der Westen blieb ausgenommen. Nachts liegen die Werte bei minus 3 bis plus 2 Grad, im Westen bei minus 1 bis minus 6 Grad, tagsüber bei 0 bis 6 Grad. Im Norden, in der Mitte und im Osten ist nachts und morgens Glätte möglich, im Süden gibt es Böen von 15 bis 18 Metern pro Sekunde. Am Sonntag hören die Niederschläge weitgehend auf, die Nacht wird mit bis zu minus 6 Grad frostig. Weil es tagsüber meist über null Grad bleibt, dürfte der Schnee rasch tauen. Das Regionalzentrum in Lwiw erwartet nach dem 10. November wieder mildere Luft.
Was das für Deutschland bedeutet
Bei uns bleibt es am Rand des Hochs über Osteuropa zunächst ruhig. In der Nacht zum Sonntag gibt es vor allem in der Osthälfte leichten Frost um minus 5 Grad, dazu dichten Nebel. Ab Dienstag stellt sich eine Südwestlage ein: Im Süden und Südwesten regnet es zeitweise, an den Alpen weht Föhn und am Donnerstag sind am Oberrhein bis 15 Grad drin. Der milde Abschnitt bleibt aber kurz. Zum Wochenende hin kommt aus Nordwesten kühlere Luft, an den Küsten frischt der Wind böig auf. Laut der Wochenvorhersage der Wettergefahren des DWD wird es am Ende der Woche wieder deutlich kühler. Ob die Kaltluft über Skandinavien und Osteuropa danach bis zu uns vorankommt, ist noch offen.
Johannes Graf
B. Sc. Meteorologie
Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei Q.met.



