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Herbstlaub in Deutschland: Dürre färbt Buchen braun statt gold

08. Oktober 2026·18:04 Uhr
2 Min. Lesezeit
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Herbstlaub in Deutschland: Dürre färbt Buchen braun statt gold

Der Oktober ist der Monat der bunten Wälder, doch in diesem Jahr bleibt die Farbe vielerorts aus. Nach dem Dürresommer stehen vor allem Buchen mit braunen, vertrockneten Kronen da, der Regen der vergangenen Tage kommt dafür zu spät. Wo noch gesundes Laub hängt, kann die nächste Woche aber trotzdem für leuchtende Farben sorgen.

Braun statt gold: Buchen im Notprogramm

In Nordhessen hat sich das Laub vieler Buchen schon im Hochsommer braun gefärbt. Die Buche wächst dort auf rund einem Drittel der Waldfläche und kann ihre Wasserabgabe bei Trockenheit kaum drosseln. Bei großem Wassermangel dringt Luft in die Leitbahnen, diese Embolien stören den Wassertransport dauerhaft. „Ein Baum mit braunen Blättern ist nicht automatisch ein toter Baum“, sagt Florian Koch, Leiter des HessenForst-Forstamts Neukirchen. Wie viele Buchen bleibende Schäden haben, zeigt sich erst nach der Vegetationsperiode 2027.

Was hinter den Herbstfarben steckt

Im Herbst baut der Baum das grüne Chlorophyll ab und lagert die Bausteine ein. Dann treten gelbe und orange Carotinoide hervor, rote Anthocyane bildet das Blatt erst neu. Braun wird ein Blatt dagegen erst, wenn es abstirbt. Genau das ist in diesem Sommer oft passiert: Die Blätter vertrockneten am Baum, bevor er die Nährstoffe zurückholen konnte. Forschende der Schweizer WSL warnen in Nature Climate Change, dass man auf Satellitenbildern diese Dürreschäden kaum von normaler Herbstfärbung unterscheiden kann.

Erst Wind, dann gutes Farbwetter

Am Freitag und Samstag bringt Tief Gabriela Regen und kräftige Böen, die vor allem im Norden viel welkes Laub abreißen. Ab Montag beruhigt sich das Wetter. Nach Nebel scheint oft die Sonne bei 13 bis 19, im Südwesten bis 20 Grad. Die Nächte kühlen auf 9 bis 2 Grad ab, im Süden und Osten gibt es örtlich leichten Bodenfrost. Sonnige Tage und kühle Nächte fördern die roten Anthocyane, so dass gesunde Ahorne, Eichen und Kirschen noch einmal kräftig leuchten können. Ab Donnerstag wird es von Nordwesten wieder unbeständiger.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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