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Hitzewellen erhöhen Risiko für Frühgeburten deutlich – neue europäische Großstudie zeigt alarmierende Zusammenhänge

​Eine neue großangelegte internationale Untersuchung im Fachjournal Environment International zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen zunehmender Hitzebelastung und dem Risiko von Frühgeburten. 

Analysiert wurden 36,6 Millionen Sommergeburten aus 250 Städten und Regionen in 13 Ländern im Zeitraum von 1979 bis 2019 – eine der bislang umfassendsten Datengrundlagen zu diesem Thema. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Hitze ein relevanter Umweltfaktor für die Schwangerschaftsverläufe ist. Insgesamt lassen sich etwa 1,41 Prozent aller Frühgeburten im Sommer auf hohe Temperaturen zurückführen. 

Dies entspricht rund 855 zusätzlichen Frühgeburten pro eine Million Geburten in den untersuchten Regionen. 

Besonders deutlich wird der Effekt während ausgeprägter Hitzewellen. An Tagen mit moderater Hitze steigt das Risiko einer Frühgeburt um etwa 2,8 Prozent, bei extremen Temperaturen sogar um bis zu 3,8 Prozent.

Damit bestätigt die Studie, dass nicht nur extreme Ausnahmesituationen, sondern bereits anhaltend hohe Temperaturen gesundheitliche Auswirkungen haben können. 

Die Analyse zeigt zudem deutliche regionale Unterschiede innerhalb Europas:

In südlicheren und stärker hitzebelasteten Regionen treten höhere Raten hitzebedingter Frühgeburten auf, während in kühleren Regionen geringere Werte beobachtet werden. 

Neben klimatischen Bedingungen spielen auch soziale und wirtschaftliche Faktoren eine wichtige Rolle:

Schwangere in belasteten Lebenssituationen gelten als besonders gefährdet. 

Als mögliche biologische Mechanismen nennen die Forschenden unter anderem eine erhöhte Körperkerntemperatur während Hitzebelastung, Flüssigkeitsmangel durch Dehydrierung, eine veränderte Durchblutung der Plazenta sowie entzündliche Prozesse im Körper. Diese Faktoren können die Gebärmutteraktivität beeinflussen und vorzeitige Wehen begünstigen. 


Die Ergebnisse unterstreichen die wachsende Bedeutung von Hitzewellen im Kontext des Klimawandels. Sie zeigen, dass extreme Temperaturen nicht nur ein meteorologisches Phänomen darstellen, sondern zunehmend auch ein relevantes Risiko für die öffentliche Gesundheit und insbesondere für besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen sind. 


Quelle 

Íñiguez, C., Salvador, C., Agay-Shay, K. et al. (2026): The burden of premature births attributed to heat across 13 countries. Environment International, 212, 110286. https://doi.org/10.1016/j.envint.2026.110286