Kaltluft zu Sankt Martin: Laternenumzüge könnten frostig werden

01. November 2026·12:04 Uhr
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Kaltluft zu Sankt Martin: Laternenumzüge könnten frostig werden

Kinder mit Laternen, Glühwein am Straßenrand und um 11:11 Uhr der Sessionsstart der Narren: Rund um den 11. November sind in ganz Deutschland viele Menschen draußen. Schon seit Tagen zeigen einzelne Modellläufe für genau diese Tage einen Schwall Kaltluft aus Nordosten. Noch ist das keine sichere Prognose, aber das Signal hält sich hartnäckig.

Bis zum Wochenende grau, neblig und nachts frostig

Nach dem Höhentief zu Allerheiligen, das den Alpen oberhalb von etwa 1000 Metern ein paar Zentimeter Neuschnee bringt, stellt sich eine ruhige Ostlage ein. In der Nacht zum Montag gibt es vor allem in der Südhälfte verbreitet leichten Frost bis minus 3 Grad, dazu dichten Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Tagsüber erwarten wir meist 4 bis 12 Grad. Im Nordwesten fällt am Montag etwas Regen, danach bleibt es weitgehend trocken. Im Süden und an der Donau hält sich der Hochnebel teils den ganzen Tag. Auch am Wochenende vom 7. bis 9. November bleibt es bei 5 bis 10 Grad, nachts friert es häufig leicht.

Was die Modelle für den Martinstag rechnen

Spannend wird es um den 10. und 11. November. Mehrere Läufe des europäischen Modells ECMWF bauen dann ein kräftiges Hoch über der Nordsee auf, während über der Ostsee ein Tief liegt. Dazwischen strömt kalte Festlandsluft aus Nordosten nach Deutschland. In etwa 1500 Metern Höhe wären minus 6 bis minus 10 Grad möglich, üblich sind um diese Zeit rund 0 Grad. In klaren Nächten könnte es am Boden vor allem im Osten und in den Mittelgebirgen auf minus 5 bis minus 10 Grad abkühlen. Gesichert ist das aber nicht. Die Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes reicht derzeit nur bis zum 9. November und enthält diesen Vorstoß noch nicht. Mehr Klarheit gibt es erst in den kommenden Tagen.

Laternen und Narren: eher kalt als weiß

Selbst wenn die Kaltluft kommt, rechnen wir im Flachland kaum mit Schnee, denn unter einem Hoch bleibt es meist trocken. Flocken wären am ehesten an der Ostsee oder in höheren Lagen möglich. Für die Laternenumzüge, die meist nach Sonnenuntergang kurz vor 17 Uhr beginnen, heißt das: Mütze, Handschuhe und warme Schuhe einplanen, denn abends kühlt es rasch ab. Auf Brücken und Nebenstraßen kann sich nach Nebelnächten Reifglätte bilden. Die alte Bauernregel „Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart“ sagt übrigens nichts Verlässliches über den Winter. Ein frostiger Laternenabend ist dieses Jahr aber gut möglich.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei Q.met.

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