
Am Montag stand der Rhein bei Kaub auf einem Rekordtief, jetzt hat der Fluss ein paar Zentimeter zurückgewonnen. Der Regen der vergangenen Tage hebt den Pegel wieder über 40 Zentimeter, bis Anfang der Woche soll er weiter steigen. Doch die Entspannung ist trügerisch: Ab Mittwoch kehrt die Hitze zurück, und für die Schifffahrt bleibt der Fluss vorerst zweigeteilt.
Von fünf auf 47 Zentimeter
Der Pegel Kaub im Mittelrheintal fiel am Montagmorgen auf fünf Zentimeter. Der bisherige Tiefstwert der amtlichen Messreihe, die bis 1856 zurückreicht, lag bei 25 Zentimetern im Oktober 2018. Auch flussabwärts wurden Minuswerte notiert, in Emmerich minus 24, in Worms minus 19 Zentimeter. Der Regen der zurückliegenden Tage hat Kaub bis Freitagnachmittag auf 47 Zentimeter angehoben, am Abend waren es 44. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde erwartet bis Anfang der kommenden Woche einen Anstieg in Richtung 60 bis 75 Zentimeter.
Der Fluss ist für die Schifffahrt zweigeteilt
Die Zahl am Pegel ist keine Wassertiefe, sondern ein Wert über einem festgelegten Bezugsniveau. In der Fahrrinne bei Kaub standen selbst beim Rekordtief noch gut 1,20 Meter. Für große Frachter reicht das nicht: Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt ist ein durchgehender Gütertransport zwischen Nieder- und Oberrhein derzeit nicht möglich. Tankerraten von Rotterdam nach Karlsruhe stiegen Marktberichten zufolge von rund 45 Euro je Tonne Ende Juni auf bis zu 160 Euro Mitte August. Den Schaden der Dürre 2018 bezifferte die Bundesanstalt für Gewässerkunde auf 2,4 Milliarden Euro.
Ab Mittwoch wieder Hitze
Am Samstag fallen vor allem in der Mitte noch einzelne Gewitter mit Starkregen, der Sonntag bleibt abgesehen von stürmischen Böen an der Nordseeküste ruhig, der Montag niederschlagsarm. Ab Mittwoch strömt wieder Warmluft heran, im Südwesten sind 30 Grad und mehr möglich, die Verdunstung steigt entsprechend. Für das kommende Wochenende hält der DWD eine schwere Gewitterlage für möglich. Gewitterregen fällt jedoch punktuell und läuft auf verkrusteten Böden oberflächlich ab – für den Rhein zählt, was in den Alpen und im Schwarzwald flächig niedergeht.