Niedrigwasser an der Elbe: Pegel sinken, Frachtschiffe fehlen

29. Oktober 2026·15:03 Uhr
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WetterlageKlimatrend
Niedrigwasser an der Elbe: Pegel sinken, Frachtschiffe fehlen

Die Herbststürme haben der Elbe nur eine kurze Atempause verschafft. In Dresden fließt schon wieder weniger Wasser als bei einem durchschnittlichen Niedrigwasser, und bis Allerheiligen soll der Pegel weiter fallen. Auf dem Strom zwischen Magdeburg und der tschechischen Grenze sind seit dem Frühjahr kaum noch Frachtschiffe unterwegs, und ergiebiger Regen ist vorerst nicht in Sicht.

Kurzer Anstieg nach Luise und Manja

Anfang Oktober stand die Elbe in Dresden bei rund 50 Zentimetern. Der Regen der Sturmtiefs Luise und Manja ließ den Pegel danach auf gut 70 Zentimeter steigen. Am Donnerstagnachmittag zeigte er laut Landeshochwasserzentrum Sachsen 69 Zentimeter bei einem Durchfluss von 104 Kubikmetern pro Sekunde. Das liegt unter dem mittleren Niedrigwasserabfluss von 113 Kubikmetern, im Mittel wären es 320. Die amtliche Vorhersage sieht den Pegel bis Sonntagmorgen bei 55 Zentimetern. Weiter flussabwärts meldet die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung 55 Zentimeter in Torgau, 32 in Barby und 51 in Magdeburg.

Rekordtief im August, Häfen liegen trocken

In Magdeburg war die Elbe am 7. August auf 42 Zentimeter gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Messungen im Jahr 1727, der bisherige Rekord lag bei 45 Zentimetern im Sommer 2019 (dpa/epd). Laut epd verkehren seit April kaum noch Güterschiffe zwischen Magdeburg, Dresden und Tschechien, die Häfen Riesa und Dresden liegen trocken. Die Weiße Flotte Magdeburg braucht für ihre Stadtstrecke mindestens 65 Zentimeter. Pavel Knotek von der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe sprach von einer lang anhaltenden Niedrigwasserperiode. Für Dresden ist der Fluss auch beim Trinkwasser wichtig, etwa die Hälfte stammt aus Uferfiltrat.

Nebel statt Landregen bis in den November

Bis Samstag bestimmt hoher Luftdruck das Wetter, mit zähem Nebel und Hochnebel, aber praktisch ohne Niederschlag. Zu Allerheiligen bringt ein Höhentief aus Osteuropa Regen in den Südosten und Schnee in die Alpen. Im Einzugsgebiet der Elbe in Sachsen und Böhmen rechnen wir aber nur mit geringen Mengen. Danach bleibt es bis etwa 7. November grau und kühl bei 5 bis 13 Grad, ein ergiebiger Landregen ist nicht in Sicht. Damit sich die Elbe erholt, braucht es mehrere Wochen mit reichlich Regen und später eine Schneedecke im Erzgebirge und in Böhmen. Bis dahin hängt der Wasserstand in Dresden stark davon ab, wie viel Wasser Tschechien aus seinen Talsperren abgibt.

Dominik Jung
Über den Autor

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Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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