
Nach dem Rekordtief von Mitte August hat Regen die Pegel angehoben - doch die Erholung war nur ein Zwischenhoch. Bei Kaub standen am Montag wieder rund 73 Zentimeter, an der Elbe bei Dresden 66. Die Wetterlage der kommenden Tage liefert dem Fluss kaum Nachschub: Der Regen fällt im Norden, das Einzugsgebiet des Rheins bleibt trocken.
Rekordtief bei Kaub, dann kurze Erholung
Am 17. August fiel der Rhein bei Kaub nach amtlichen Messwerten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung auf fünf Zentimeter - 20 Zentimeter unter dem bisherigen Rekord von 25 Zentimetern am 22. Oktober 2018. Auch Köln mit 46 Zentimetern und Düsseldorf mit minus zwei Zentimetern unterboten ihre alten Tiefstwerte. Kräftiger Regen um den 20. August brachte dann etwas Luft: Am Montagabend zeigte der Pegel Kaub wieder rund 73 Zentimeter. Vom Normalzustand ist das weit entfernt, der Referenzwert für die Fahrrinnenplanung liegt bei 77 Zentimetern.
Der Regen fällt an der falschen Stelle
Für den Rhein zählt, was in den Alpen, im Schwarzwald und im Südwesten fällt - und dort bleibt es zunächst trocken. Ab Donnerstag ziehen die Regenfronten über den Norden, an den Küsten mit stürmischen Böen und Höchstwerten um 20 bis 24 Grad. Südlich der Mittelgebirge hält sich der Hochdruckrücken, am Freitag sind im Südwesten bis 33 Grad möglich. Erst am Sonntag steigt von Westen und aus dem Alpenraum die Gewitterneigung. Solche Schauer laufen auf verkrusteten Böden schnell ab und stärken den Grundabfluss kaum.
Schifffahrt bleibt im Krisenmodus
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde schreibt in ihrem Niedrigwasserbericht vom 27. August, eine deutliche Erholung der Wasserstände sei bundesweit bis Mitte September unwahrscheinlich. Für die Binnenschifffahrt heißt das weiter Teilladungen: Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt konnten Frachter zum Höhepunkt der Krise nur 20 bis 30 Prozent ihrer üblichen Menge fahren, die Raten von Rotterdam nach Karlsruhe kletterten laut Marktberichten von rund 45 Euro je Tonne Ende Juni auf 150 bis 160 Euro. Nötig wäre nun ergiebiger Landregen im Herbst.