
Der meteorologische Herbst beginnt mit einem Riss quer durch Deutschland. Während an den Küsten ab Donnerstag der Wind auffrischt und Regenfronten durchziehen, hält sich südlich der Mittelgebirge hoher Luftdruck. Am Freitag sind im Südwesten bis zu 33 Grad möglich, im Norden bleibt es bei 20 bis 24 Grad und rauer See.
Norden: stürmische Böen bis Samstag
Ab Donnerstag frischt der Westwind an Nord- und Ostsee auf, an exponierten Küstenabschnitten und auf dem Brocken sind erste stürmische Böen um 60 bis 75 Kilometer pro Stunde dabei. Am Freitag legt der Wind noch zu: Dann erwarten wir verbreitet an den Küsten stürmische Böen, an der schleswig-holsteinischen Küste und auf dem Brocken auch Sturmböen bis etwa 85 Kilometer pro Stunde. Dazu ziehen von der Nordsee her Regenfronten durch, zeitweise schauerartig verstärkt, einzelne kurze Gewitter sind möglich. Auch am Samstag bleibt es an den Küsten windig. Mehr als 20 bis 24 Grad werden es im Norden nicht.
Süden: bis 33 Grad, aber kein Rekord
Südlich der Mittelgebirge kommt von all dem wenig an. Schon am Mittwoch klettern die Werte am Oberrhein und an der Donau auf 27 bis 28 Grad, am Freitag sind im Südwesten bis zu 33 Grad möglich, am Samstag noch rund 31 Grad am Oberrhein, dazu viel Sonne und trockene Luft. Ein Rekord ist das nicht: Die höchste je in Deutschland gemessene September-Temperatur liegt nach der Klimastatistik des Deutschen Wetterdienstes bei 36,5 Grad, gemessen 1911 in Jena und 1947 in Bühlertal. Für die ausgedörrten Böden im Süden heißt die Hochdruckphase vor allem: weiter kein Regen.
Warum das Land zweigeteilt ist
Hinter der Zweiteilung steht ein kräftiges Gespann. Islandtief und Azorenhoch sind derzeit stärker ausgeprägt als für die Jahreszeit üblich, deshalb laufen die Tiefs auf einer nördlichen Bahn über Nordeuropa hinweg, während der Süden unter einem Hochdruckrücken bleibt. Die Grenze zwischen kühler Meeresluft und warmer Festlandsluft liegt quer über der Mitte und verschiebt sich nur langsam. Am Sonntag wird es dann spannend: Von Westen und aus dem Alpenraum können kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen aufziehen. Wie lange der Rücken über dem Süden hält, ist noch offen.