Waldbericht Saarland: Dürre lässt Buchenkronen stark ausdünnen

04. November 2026·18:03 Uhr
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KlimawandelAgrarwetter
Waldbericht Saarland: Dürre lässt Buchenkronen stark ausdünnen

Der Dürresommer 2026 hat im saarländischen Wald deutliche Spuren hinterlassen. Nach dem neuen Waldzustandsbericht hat die Buche, die wichtigste Laubbaumart im Land, so viel Blattmasse in der Krone verloren wie nie zuvor. Auch Ahorn und Birke stehen schlechter da. Und der Regen, der jetzt in Sicht ist, wird die Trockenheit im Boden nicht so schnell beheben.

Buche, Ahorn und Birke mit Höchstwerten

Umweltministerin Petra Berg und SaarForst-Betriebsleiter Thomas Steinmetz haben den Bericht am Dienstag vorgestellt. Danach ist das Schadniveau 2026 bei fast allen Baumarten gestiegen. Bei der Buche erreicht die Kronenverlichtung einen Höchstwert, im Vorjahr hatte sie sich noch erholt. Erste Trockenschäden waren schon Anfang August zu sehen, dazu kam eine außergewöhnlich starke Fruchtbildung, die die Bäume zusätzlich Kraft gekostet hat. Auch Ahorn und Birke erreichen Höchstwerte. Besser geht es Eiche und Fichte, der Borkenkäferbefall an Fichten geht weiter zurück. Am stärksten verschlechtert hat sich der Wald in der Mitte und im Südwesten des Landes.

Hitze, Trockenheit und mehr als 185 Brände

Als Ursache nennt Berg ein überdurchschnittlich warmes Frühjahr, die intensive Hitzewelle im Juni und den wärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen, in dem auch noch zu wenig Regen fiel. Das habe die Böden ausgetrocknet und die Vegetation belastet. Die Folgen gehen über die Baumkronen hinaus: Leere Wasserspeicher im Waldboden und geschwächte Bäume erhöhen die Waldbrandgefahr. Bis Ende August zählte das Saarland mehr als 185 Wald- und Vegetationsbrände, die meisten durch Fahrlässigkeit. Im Raum Illingen brannten 18 Hektar, so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr bei einem einzelnen Waldbrand im Land.

Regen ab Montag, aber keine schnelle Entspannung

Der nasse Oktober hat die Bodenfeuchte im Westen und Norden Deutschlands nach Daten des Deutschen Wetterdienstes wieder weitgehend aufgefüllt. Im Süden, in Teilen der Mitte und im Osten sind die Böden in 60 Zentimetern Tiefe dagegen noch deutlich trockener als üblich. Bis zum Wochenende hält sich Hochdruck mit Nebel, Sprühregen und 4 bis 10 Grad. In der Nacht zum Montag zieht von Südwesten Regen auf, danach bleibt es unbeständig und eher mild. Für die Pflanzsaison kommt das gerade richtig: Bis März will SaarForst 105.265 junge Bäume setzen. Zusätzlich fördert das Land 55.000 Bäume auf 90 Hektar Privat- und Kommunalwald.

Dominik Jung
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Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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