Zum Inhalt springen

Westwetter bringt Regen: Dem Süden fehlen bis 500 Liter

06. Oktober 2026·15:04 Uhr
2 Min. Lesezeit
WetterlageWettertrend
Westwetter bringt Regen: Dem Süden fehlen bis 500 Liter

Nach Monaten mit Sonne, Hitze und leeren Regenmessern stellt sich das Wetter in Deutschland um: Ab Mittwochabend übernehmen Tiefs vom Atlantik das Kommando, mit Regen, Gewittern und Sturmböen. Gebraucht wird das Wasser dringend. Doch selbst 80 Liter pro Quadratmeter an manchen Orten sind nur ein Bruchteil dessen, was dem Süden seit dem Frühjahr fehlt.

Mehrere Monate Regen fehlen

Wie groß das Loch ist, zeigt eine aktuelle Auswertung des Deutschen Wetterdienstes: Im Süden und Südwesten fehlten schon im Frühling verbreitet 50 bis 250 Liter pro Quadratmeter, im Sommer kamen weitere 125 bis 250 Liter hinzu, am Alpenrand und im Schwarzwald noch mehr. Gebietsweise summiert sich das Defizit auf 200 bis 500 Liter, also auf den Regen mehrerer Monate. Die Böden sind laut DWD in 20 bis 30 Zentimetern Tiefe vielerorts nahe an Rekordtiefstwerten, das Grundwasser sinkt seit dem Frühjahr. Rhein und Donau führen Niedrigwasser, der Bodensee liegt rund einen Meter unter seinem üblichen Oktoberstand.

Kaltfront mit Sturmböen und erstem Schnee in den Alpen

Am Mittwochabend ziehen im Südwesten die ersten Schauer und einzelne Gewitter auf. In der Nacht und am Donnerstag überquert eine Kaltfront das Land mit teils kräftigem, anfangs gewittrigem Regen. Dabei frischt der Wind deutlich auf, an den Küsten, auf den Bergen und in Gewittern gibt es Sturmböen der Stärke 8, exponiert 9. Die Höchstwerte fallen auf 14 bis 20 Grad, am Freitag auf 12 bis 18 Grad. In den Alpen sinkt die Schneefallgrenze auf 1300 bis 1500 Meter, am Alpenrand regnet es bis Freitag anhaltend mit 30 bis 40 Litern, örtlich mehr. Auch danach bleibt es mit kräftigem Südwestwind unbeständig.

Viel Regen im Norden, wenig im Osten

Bis zum 12. Oktober erwarten wir rund um die Nordsee und am Alpenrand 40 bis 60, örtlich bis 80 Liter pro Quadratmeter. Im Westen kommen 15 bis 40 Liter zusammen, im Osten oft nur 3 bis 20 Liter. Ausgerechnet viele Dürregebiete in Saarland, Pfalz, Südhessen und im Inneren Baden-Württembergs liegen damit nicht im Schwerpunkt. Der erste Regen füllt zudem nur die obersten Bodenschichten auf, das Grundwasser profitiert erst über den Winter. Bis Mitte Oktober bleibt es außerdem mit 16 bis 23 Grad zu warm, sodass weiter viel Wasser verdunstet. Der Wetterwechsel ist ein erster Schritt, eine Entwarnung für die Dürre ist er nicht.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

Alle Artikel von Dominik Jung

So arbeiten unsere Meteorologen

Teilen

Wussten Sie schon?

Unsere Meteorologen analysieren täglich über 100 Wettermodelle, um Ihnen die präziseste Vorhersage zu liefern.

Zur Wetterkarte
Westwetter bringt Regen: Dem Süden fehlen bis 500 Liter