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Wiesn-Start in München: Modelle uneins über Kälte und Regen

08. September 2026·12:04 Uhr
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VeranstaltungenWettertrend
Wiesn-Start in München: Modelle uneins über Kälte und Regen

Am Samstag in elf Tagen wird auf der Theresienwiese angezapft – und ausgerechnet für den Anstich gehen die Wettermodelle auseinander. Die eine Rechnung schickt nasskalte Luft nach München, die andere einen goldenen Altweibersommer. Sicher ist bislang nur: Der Hochsommer verabschiedet sich noch in dieser Woche.

Anstich am 19. September: Auftakt eher nasskalt

Das 191. Oktoberfest beginnt am Samstag, 19. September, um 12 Uhr mit dem Anstich im Schottenhamel-Zelt und läuft bis zum 4. Oktober. Für das Startwochenende zeichnet sich bisher kein Spätsommer ab: Wir rechnen eher mit Höchstwerten um 20 Grad, einstelligen Nächten, lebhaftem Wind und einzelnen Schauern. Wer früh feiert, zieht über Dirndl und Lederhose besser eine warme Jacke. Bei elf Tagen Vorlauf ist das allerdings eine Tendenz und noch keine belastbare Vorhersage.

Altweibersommer ab dem 22. September?

Genau hier widersprechen sich die Rechnungen. Das europäische Modell deutet für die zweite Monatshälfte eine Beruhigung an und hält zwischen dem 22. und 29. September eine klassische Altweibersommer-Phase für möglich: stabiles Hoch, milde Nachmittage, kühle Nächte. Andere Läufe bleiben bei der frühherbstlichen Variante mit Tiefdruckeinfluss. Für die Wiesn hieße das, dass die zweite Festwoche die besseren Karten hat als das Eröffnungswochenende.

Von 30,7 Grad bis minus 2,5 Grad

Wie weit die Spanne reicht, zeigt die Messreihe des Deutschen Wetterdienstes für München. Der wärmste Wiesn-Tag seit Messbeginn 1879 war der 20. September 2025 mit 30,7 Grad, er löste den bisherigen Rekord von 29,7 Grad aus dem Jahr 1993 ab. Am anderen Ende steht der 29. September 1936 mit minus 2,5 Grad. 1995 mussten Zelte im Schnee abgebaut werden, 1986 fiel während des gesamten Festes kein Tropfen Regen. Ein Rest Wetterlotterie gehört zur Wiesn also dazu.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.

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