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Zuckerrüben in der Pfalz: Zikade und Dürre bringen Ernte-Tief

15. Oktober 2026·08:02 Uhr
Zuletzt aktualisiert:
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AgrarwetterWetterlage
Zuckerrüben in der Pfalz: Zikade und Dürre bringen Ernte-Tief

Auf den Rübenäckern zwischen Pfalz, Rheinhessen und Südhessen läuft die Kampagne, aber an den Wagen ist wenig zu holen. Nach Angaben der Anbauer ist es die schwächste Zuckerrübenernte seit 1991, manche Felder bringen gar nichts. Neben dem Dürresommer ist ein winziges Insekt schuld. Am Wochenende kommt endlich Regen in den Südwesten, für die Rüben aber viel zu spät.

Weniger als die Hälfte des Zuckers

Nach Angaben des Verbands der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer vom 13. Oktober werden in Rheinland-Pfalz derzeit nur rund 41 Tonnen Rüben je Hektar geerntet, daraus entstehen kaum mehr als 7,5 Tonnen Zucker. Das ist der niedrigste Wert seit 1991 und in diesem Jahr der schlechteste in Deutschland. Im Vorjahr brachte ein Hektar fast 15 Tonnen Zucker. Viele Felder liefern nur 20 bis 30 Tonnen Rüben, einige gar keine verwertbare Ernte. Die Erlösverluste der Anbauer in der Region schätzt der Verband in einer ersten Rechnung auf 10 bis 13 Millionen Euro. Geschäftsführer Dr. Christian Lang sagt: „In diesem Jahr verdienen die meisten Landwirte am Rübenanbau nichts.“

Zikade, Rübenmotte und monatelange Trockenheit

Die Hauptursache sieht der Verband in der Schilf-Glasflügelzikade. Sie überträgt mehrere Erreger zugleich, den sogenannten SBR-Komplex, und flog in diesem Jahr so früh und so stark wie noch nie. Befallene Rüben bilden wenig Zucker, werden gummiartig und faulen. Dazu fressen sich Larven der Rübenmotte in die Rüben. Die extreme Trockenheit verschärfte alles, im Süden und Südwesten fehlen seit dem Frühjahr gebietsweise 200 bis 500 Liter Regen pro Quadratmeter. Nur in Südhessen konnten Betriebe mit teurer Beregnung mehr Masse retten. Lang betont trotzdem: „Trockenheit allein erklärt dieses Jahr nicht.“ Der Verband fordert mehr Praxisforschung und neue Pflanzenschutzmittel.

Regen am Wochenende, danach wieder ruhig

Bis Freitag bleibt es mild und meist trocken. In der Nacht zum Samstag zieht eine Front von Nordwest nach Südost, am Samstag regnet es vor allem im Süden und Südosten bei 12 bis 16 Grad. Am Sonntag folgt im Südwesten länger anhaltender Regen, dort kommt das Thermometer kaum über 10 Grad. Die durchfeuchteten oberen Bodenschichten dürften das Roden auf den steinharten Äckern etwas erleichtern. Ab Montag setzt sich wieder Hochdruck durch, mit Nebel am Morgen, 11 bis 17 Grad am Tag und 3 bis 9 Grad in den Nächten. Die Rodung in der Region soll spätestens am 12. November abgeschlossen sein.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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