
Für die meisten Pollenallergiker ist die Saison längst gelaufen – in einem Teil Deutschlands beginnt gerade der unangenehmste Abschnitt. Im Süden Brandenburgs blüht die Beifuß-Ambrosie, das aggressivste Kraut im deutschen Pollenkalender. Der Südwestwind liefert zusätzlich Nachschub aus Frankreich. Erst der Wetterwechsel ab Mittwoch entspannt die Lage.
Hohe Werte rund um Cottbus
Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst rechnet in ihrer Wochenprognose im Südosten Brandenburgs weiterhin mit hohen Ambrosia-Werten, während der Rest des Landes nur gering bis örtlich hoch belastet ist. Die mit Abstand größten Bestände Deutschlands stehen nach Angaben des Brandenburger Landesamts LELF im Raum Cottbus, Drebkau, Vetschau, Calau und Alt-Döbern. Dass dort seit 2009 eigene Pollenfallen stehen und zweimal wöchentlich ausgewertet werden, zeigt, wie ernst das Land das Problem nimmt.
Nachschub aus dem Südwesten
Ambrosia-Pollen fliegen weit. Der Polleninformationsdienst weist darauf hin, dass Südwestwind zusätzliche Fracht aus Frankreich heranträgt, wo die Pflanze vor allem im Rhonetal weit verbreitet ist. Genau diese Strömung liegt derzeit über Deutschland: Am Montag weht mäßiger, in Böen kräftiger Südwestwind bei 21 Grad auf Usedom und bis zu 33 Grad am Oberrhein. Schon rund zehn Pollen je Kubikmeter Luft reichen laut dem Landesamt LAVG für Beschwerden, rund acht Prozent der Erwachsenen sind nach einer Studie des Robert Koch-Instituts gegen Ambrosia sensibilisiert.
Ab Mittwoch wäscht der Regen aus
Entlastung bringt der Wetterwechsel. Am Dienstag regnet es in der Nordwesthälfte, am Mittwoch greift kühlere Luft auf das ganze Land über: nur noch 17 bis 22 Grad, verbreitet Schauer und vom südlichen Alpenvorland bis zu den Alpen länger anhaltender Regen. Nasse Luft wäscht Pollen aus, die Nächte kühlen auf 12 bis 6 Grad ab. Ein Saisonende ist das aber nicht, denn die Ambrosie blüht bis Ende September und wird endgültig erst vom ersten Frost gestoppt. Nach dem Regen legen dafür die Cladosporium-Sporen zu.