Zum Inhalt springen

Dürreböden im Süden und Osten: Sturmregen dringt kaum tief ein

22. Oktober 2026·18:01 Uhr
Zuletzt aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
AgrarwetterWetterlage
Dürreböden im Süden und Osten: Sturmregen dringt kaum tief ein

Das Wochenende wird stürmisch und nass, am Sonntag regnet es in den Mittelgebirgen teils kräftig. Für die ausgedörrten Böden im Süden und Osten ist das trotzdem keine Wende: Unter einer dünnen feuchten Schicht ist der Boden dort teils bis in über einen Meter Tiefe staubtrocken. Neue Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, warum das Defizit noch bis weit in den November bleibt.

Oben feucht, darunter trocken

Nach der Analyse des Deutschen Wetterdienstes vom 22. Oktober hat Deutschland zurzeit zwei Gesichter. Von Nordrhein-Westfalen über den Nordwesten bis nach Mecklenburg sind die Böden meist 20 bis 50 Zentimeter tief durchfeuchtet, an der Nordsee und der westlichen Ostsee sogar tiefer. In der Südhälfte und im Osten sind dagegen meist nur die obersten 10 bis 20 Zentimeter feucht. Darunter liegt teils bis in über einen Meter Tiefe eine sehr trockene Schicht. Grünland und frisch gesätes Getreide wachsen deshalb wieder, Bäume und Wälder mit ihren tiefen Wurzeln stehen aber weiter unter Trockenstress.

Am Sonntag kräftiger Regen im Bergland

Am Freitag zieht ein markantes Sturmtief mit Gewittern und schweren Sturmböen über den Westen hinweg. In der Nacht zum Sonntag setzt dann kräftiger Regen ein. Von Samstagabend bis Sonntag erwarten wir in den westlichen und südwestlichen Mittelgebirgen sowie im Allgäu 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter innerhalb von zwölf Stunden, örtlich bis 50 Liter. Im Osten und Südosten fällt deutlich weniger. Danach bleibt es mild mit 10 bis 18 Grad, am Dienstag im Südwesten örtlich um 20 Grad. Ab dem 30. Oktober setzt sich wahrscheinlich Hochdruck mit Nebel durch, der Regen wird wieder seltener.

Defizit bleibt bis in den November

Selbst kräftige Regengüsse fließen zum Teil oberflächlich ab und dringen nur langsam in den Boden ein. Der DWD rechnet damit, dass die kommenden Niederschläge die trockenen Gebiete nur etwa 10 bis 30 Zentimeter tief anfeuchten. Mit relativ hoher Sicherheit bleibt die Bodenfeuchte dort mindestens bis in die zweite Novemberhälfte deutlich unter dem Üblichen. Für Grundwasser, Quellen und Wälder reicht ein nasses Wochenende nicht. Nötig wären über Monate wiederholte, ergiebige Niederschläge. Ob die Böden bis zum Frühjahr 2027 wieder aufgefüllt sind, entscheidet sich erst im Winterhalbjahr.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

Alle Artikel von Dominik Jung

So arbeiten unsere Meteorologen

Teilen

Wussten Sie schon?

Unsere Meteorologen analysieren täglich über 100 Wettermodelle, um Ihnen die präziseste Vorhersage zu liefern.

Zur Wetterkarte