Inversion im Süden: Feinstaub aus Kaminöfen staut sich in Tälern

27. Oktober 2026·12:03 Uhr
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GesundheitWetterlage
Inversion im Süden: Feinstaub aus Kaminöfen staut sich in Tälern

Der milde Dienstag ist der letzte Gruß des Spätsommers. Nach einer Kaltfront übernimmt ab Donnerstag ein Hoch das Kommando, mit Nebel, Hochnebel und ersten Frostnächten. Genau dann werden vielerorts die Kaminöfen angeheizt. Unter der typischen Inversionswetterlage kann der Rauch nicht aufsteigen. Vor allem in Tälern und Senken des Südens reichert sich Feinstaub deshalb in der Atemluft an.

Ein Deckel aus warmer Luft

In der Nacht zum Mittwoch zieht die Kaltfront von Nordwesten nach Südosten durch, am Mittwoch sind höchstens noch 16 Grad drin. Ab Donnerstag setzt sich hoher Luftdruck durch, und bis in den Beginn des Novembers ändert sich daran kaum etwas. Der Wind schläft ein, in klaren Nächten kühlt der Boden kräftig aus. In Nordbayern sind bis -1 Grad möglich, verbreitet gibt es Bodenfrost. Kalte Luft sammelt sich unten, darüber liegt mildere Luft wie ein Deckel. Meteorologen sprechen von einer Inversion. Nebel und Hochnebel halten sich dann teils den ganzen Tag, Abgase und Rauch werden kaum noch verdünnt.

Holzöfen fast so schmutzig wie der Verkehr

Mit den ersten kalten Abenden beginnt die Saison für Kamin- und Kachelöfen. Für die Luft ist das ein spürbarer Faktor: Nach Angaben des Umweltbundesamtes stammten im Jahr 2020 rund 18 Prozent der deutschen Emissionen von besonders feinem Staub (PM2,5) aus Holzfeuerungen privater Haushalte. Das ist fast so viel wie aus dem gesamten Straßenverkehr. Einzelraumöfen wie Kamine schneiden dabei am schlechtesten ab. Bei Inversion bleibt der Rauch in Wohngebieten, Tälern und Senken in Bodennähe hängen, also genau dort, wo Menschen atmen. Wer empfindlich ist, etwa mit Asthma oder Herz-Kreislauf-Problemen, kann die aktuellen Messwerte in der App „Luftqualität“ des Umweltbundesamtes verfolgen.

So heizen Sie mit weniger Rauch

Wer den Ofen anfeuert, sollte es richtig machen. Das Umweltbundesamt rät, nur trockenes, unbehandeltes Holz mit 15 bis 20 Prozent Wassergehalt zu verbrennen. Dafür muss gespaltenes Holz ein bis zwei Jahre sonnig, luftig und vor Regen geschützt lagern, ein Feuchtemessgerät schafft Gewissheit. Große Scheite gehören nach unten, kleine kreuzweise darüber, und angezündet wird von oben. Das dauert etwas länger, setzt aber weniger Schadstoffe frei. Beim Nachlegen die Tür erst einen Spalt von etwa zwei Zentimetern öffnen. Und an trüben, windstillen Tagen gilt: Ein Feuer weniger hilft der Luft in der Nachbarschaft spürbar.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei Q.met.

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