Zum Inhalt springen

Vitamin-D-Winter in Deutschland: Sonne reicht bald nicht mehr

01. Oktober 2026·15:07 Uhr
2 Min. Lesezeit
GesundheitUV/Ozon
Vitamin-D-Winter in Deutschland: Sonne reicht bald nicht mehr

Der Oktober startet mit Hochdruck, viel Sonne und im Süden bis zu 27 Grad. Für die Haut aber ist diese Sonne schon zu schwach: Der UV-Index sinkt jetzt unter die Schwelle, ab der der Körper überhaupt noch Vitamin D bilden kann. Wer die kräftigen Mittagsstunden nutzen will, hat dafür nur noch ein kurzes Zeitfenster.

Warum die Sonne jetzt zu schwach wird

Anfang Oktober steht die Sonne in der Mitte Deutschlands mittags nur noch rund 37 Grad über dem Horizont, Mitte des Monats gut 31, Ende Oktober knapp 26 Grad – im Juni waren es rund 63 Grad. Je flacher der Einfall, desto länger der Weg durch die Atmosphäre, und ausgerechnet der kurzwellige UV-B-Anteil wird dabei fast vollständig geschluckt. Erst oberhalb eines UV-Index von etwa 3 kommt genug davon am Boden an, im Winterhalbjahr sind bestenfalls Werte um 2 möglich. Das Bundesamt für Strahlenschutz hält deshalb fest, dass die körpereigene Vitamin-D-Bildung von Oktober bis März praktisch zum Erliegen kommt.

Die letzten guten Tage im Freien

Noch spielt das Wetter mit. Am Freitag fällt im Allgäu und im südlichen Württemberg zeitweise kräftiger Regen, sonst bleibt es ruhig. Am Wochenende liegen die Höchstwerte bei 17 bis 24 Grad, im Norden, im Osten und nahe der Alpen ziehen Schauer durch, zwischen Rheinland und Breisgau scheint die Sonne. Montag und Dienstag wird es nach Auflösung des oft zähen Frühnebels freundlich, am Mittwoch sind im Süden und Osten bis 27 Grad drin, ab Donnerstag geht es wechselhaft weiter. Entscheidend sind die Stunden um die Mittagszeit – früh und spät steht die Sonne zu flach.

Jeder Siebte im Mangelbereich

Die Ausgangslage ist durchwachsen: Nach Auswertungen des Bundesinstituts für Risikobewertung erreichen 44 Prozent der Erwachsenen hierzulande mindestens 50 Nanomol Vitamin D pro Liter Blut, 41 Prozent liegen darunter und 15 Prozent im Mangelrisiko. Wie stark die Jahreszeit durchschlägt, zeigen Daten des Robert Koch-Instituts: Im Sommer lagen über 60 Prozent der Frauen über dieser Marke, im Winter nur rund 20 Prozent. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät, Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche kurz unbedeckt in die Sonne zu halten – bei hellem Hauttyp und hohem UV-Index genügen zwölf Minuten.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

So arbeiten unsere Meteorologen

Teilen

Wussten Sie schon?

Unsere Meteorologen analysieren täglich über 100 Wettermodelle, um Ihnen die präziseste Vorhersage zu liefern.

Zur Wetterkarte
Vitamin-D-Winter in Deutschland: Sonne reicht bald nicht mehr