
Noch zeigt sich der Oktober von seiner milden Seite, bis Freitag sind 16 bis 22 Grad drin. Am Wochenende stellt sich das Wetter aber um: Ausgerechnet der ausgedörrte Südwesten bekommt teils länger anhaltenden Regen, an der Ostsee frischt kräftiger Nordostwind auf. Am Sonntag liegen die Höchstwerte vielerorts nur noch bei 8 bis 14 Grad.
Bis Freitag mild, dann kippt die Lage
Der Mittwoch bleibt nach dem Regen der Nacht meist trocken, am Oberrhein werden bis 21 Grad erreicht. An der Ostsee weht noch stark böiger bis stürmischer Westwind. Donnerstag und Freitag lösen sich Nebelfelder auf, danach scheint oft die Sonne bei 16 bis 22 Grad. Am Freitagabend zieht von der Deutschen Bucht her Regen auf, an der Nordsee dreht der Wind auf Nordwest bis Nord und frischt stark böig auf. Am Samstag regnet es dann im Süden, im Norden gibt es Schauer. Es wird nur noch 12 bis 16 Grad warm, am Sonntag sind es meist 8 bis 14 Grad.
Regen für den Südwesten, aber keine Trendwende
Im Südwesten regnet es von Samstag bis Sonntag immer wieder, teils über viele Stunden. Wir rechnen dort verbreitet mit 10 bis 25 Litern pro Quadratmeter, in den Staulagen des Schwarzwalds örtlich etwas mehr. Für amtliche Dauerregenwarnungen dürfte es nach jetzigem Stand meist nicht reichen. Für Gärten und Felder ist das trotzdem willkommen, an der Dürre ändert es aber wenig. Die Böden sind tief ausgetrocknet, und viel Wasser fließt anfangs oberflächlich ab. Nach Einschätzung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg ist mit einer Erholung der Grundwasserstände frühestens ab November zu rechnen. Im Land stammen rund drei Viertel des Trinkwassers aus dem Grundwasser.
Nordostwind an der Ostsee, danach Nebelwetter
In der Nacht zu Sonntag dreht der Wind an der Ostsee auf Nordost. Am Sonntag sind dort zeitweise stürmische Böen der Stärke 7 bis 8 zu erwarten, einzelne Sturmböen sind nicht ganz ausgeschlossen. Nordostwind drückt Wasser in die Förden und Buchten. Ob es für ein Sturmhochwasser reicht, das an der Ostsee bei einem Meter über Normalhöhennull beginnt, ist noch offen. Erhöhte Wasserstände an der westlichen Ostsee sind aber möglich. Ab Montag beruhigt sich das Wetter: Nebel und Hochnebel lösen sich teils nur zögerlich auf, es wird 11 bis 18 Grad warm, und in klaren Nächten kühlt es auf 3 bis 8 Grad ab.
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.



