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Schmierfilm im Westen: Erster Regen macht Straßen glatt

30. September 2026·18:07 Uhr
2 Min. Lesezeit
RatgeberWetterlage
Schmierfilm im Westen: Erster Regen macht Straßen glatt

Am Donnerstag zieht die erste kräftige Regenfront seit Wochen über Deutschland. Für ausgetrocknete Böden bringt sie kaum Entlastung – auf der Straße dagegen die heikelsten Stunden des Herbstes. Staub, Gummiabrieb und Ölreste bilden mit den ersten Tropfen einen Schmierfilm, der die Haftung deutlich verschlechtert, ohne dass man ihm etwas ansieht.

Warum die erste halbe Stunde die gefährlichste ist

Auf wochenlang trockenen Fahrbahnen sammelt sich alles an, was der Verkehr hinterlässt: feiner Gummiabrieb, Ruß, Öl- und Treibstoffreste, dazu Staub und Pollen. Im Westen kam Ende September noch Saharastaub aus der Luft hinzu. Die ersten Tropfen lösen dieses Gemisch an, spülen es aber noch nicht fort – zwischen Reifen und Asphalt liegt dann ein dünner, glitschiger Film, der den Reibwert stark drückt. Der ADAC weist darauf hin, dass genau diese Gefahr unterschätzt wird, weil die Straße schlicht nass aussieht. Erst nach längerem, ergiebigem Regen ist der Belag wieder sauber.

So läuft der Wetterumschwung ab

Der September war einer der trockensten der Messreihe: Bundesweit fielen knapp 40 Liter pro Quadratmeter und damit rund ein Drittel weniger als üblich, im Saarland waren es nach der DWD-Monatsbilanz nur etwa drei Liter. Am Donnerstag greift nun die Kaltfront eines Atlantiktiefs von Westen über. Aus anfangs lokalen Schauern wird im Tagesverlauf länger andauernder, teils gewittriger Regen, das Regenband reicht nachmittags von Hamburg über Köln und Frankfurt bis Stuttgart. In der Westhälfte erwarten wir 5 bis 15, örtlich 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter, der Osten bleibt zunächst sonnig.

Tempo raus, Abstand rauf, Reifen prüfen

Kritisch sind vor allem Kreuzungen, Kurvenausgänge, Fahrbahnmarkierungen und Kanaldeckel. Motorräder und Roller trifft es am härtesten, weil ihnen nur zwei handtellergroße Aufstandsflächen bleiben. Also: Tempo deutlich zurücknehmen, Abstand vergrößern, ruckartiges Lenken und Bremsen vermeiden. Wichtig ist auch die Profiltiefe – bei Bremsversuchen der DEKRA aus 100 km/h verlängerte sich der Bremsweg auf nasser Fahrbahn mit abgefahrenen Reifen um 16 bis 18 Prozent; dort, wo Neureifen bereits standen, war das Auto noch rund 30 km/h schnell. Dazu kommt früh gefallenes Laub, das nass zur zweiten Rutschfalle wird.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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