
In einer Woche starten die Skirennläuferinnen und Skirennläufer am Rettenbachferner in Sölden in den Weltcup-Winter. Die FIS hat die Piste freigegeben, doch das Weiß stammt größtenteils aus dem vergangenen Frühjahr. Die Kaltfront an diesem Wochenende bringt den Alpen zwar Neuschnee, aber vor allem weit im Westen. Ins Ötztal kommt davon kaum etwas.
Grünes Licht dank 60.000 Kubikmetern Altschnee
Bei der offiziellen Schneekontrolle am Donnerstag, 15. Oktober, gab die FIS die Rennpiste frei. Der Riesenslalom der Frauen findet am Samstag, 24. Oktober, statt, der der Männer am Sonntag. „Das Team rund um Pistenchef Isidor Grüner hat wieder hervorragende Arbeit geleistet“, sagte FIS-Renndirektor Janez Hladnik. Möglich wurde das vor allem durch rund 60.000 Kubikmeter Schnee, die im Frühjahr eingelagert und jetzt auf der Piste verteilt wurden. Grüner nennt den Altschnee „essenziell“. Anfang Oktober ragten auf Teilen des Gletschers noch Felsen heraus, und neben dem Zielhang liegt bis heute kaum Schnee.
Neuschnee fällt vor allem in den Westalpen
Die Kaltfront, die an diesem Samstag über Deutschland zieht und im Südwesten Dauerregen bringt, erreicht auch die Alpen. Am Samstag schneit es in Vorarlberg und im nördlichen Tirol nur oberhalb von etwa 2.500 Metern und nur wenig. Am Sonntag bringt ein Tief südlich des Alpenhauptkamms mehr Schnee, vor allem ins Wallis, ins Tessin, ins Aostatal und ins Piemont. Die Schneefallgrenze liegt dort zwischen 2.000 und 2.500 Metern. Im Tessin erwartet GeoSphere Austria 15 bis 20 Zentimeter, in den Hochlagen sind auch mehr möglich. Ötztal, Stubai und Zillertal bleiben dagegen deutlich trockener. Dort kommen allenfalls wenige Zentimeter dazu. Im Hochgebirge erwartet GeoSphere Austria außerdem Sturmböen bis 120 km/h um 4.000 Meter.
Wie es bis zum Rennwochenende weitergeht
Ab Montag setzt sich wieder Hochdruck durch. Auf den Bergen ist es dann oft sonnig, in den Tälern hält sich Nebel. Für die Pistenbauer am Rettenbachferner ist das nicht schlecht: Klare, kalte Nächte erlauben weiteres Beschneien. Ab Mittwoch, 21. Oktober, nähert sich von Südwesten eine neue Störung, die auch den österreichischen Gletschern etwas Schnee bringen könnte. Wie viel, ist noch sehr unsicher. Zum Rennwochenende hin wird das Wetter nach heutigem Stand unbeständiger. Ob dann Neuschnee oder eher Wind und schlechte Sicht dominieren, lässt sich erst in einigen Tagen seriös sagen.
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.
