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Sturzfluten in Südfrankreich: 25 Straßen im Gard gesperrt

01. Oktober 2026·09:06 Uhr
2 Min. Lesezeit
StarkregenHochwasser
Sturzfluten in Südfrankreich: 25 Straßen im Gard gesperrt

In den Cevennen sind binnen gut eines Tages mehr als 300 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen – ein Vielfaches dessen, was ganz Deutschland im September abbekommen hat. Météo-France hatte für Gard und Hérault die rote Warnstufe ausgerufen, Flüsse traten über die Ufer, Dörfer standen unter Wasser. Am Donnerstag entspannt sich die Lage nur langsam.

338 Liter an einem Tag

Den Spitzenwert meldete Saint-Hippolyte-du-Fort im Gard mit 338 Litern pro Quadratmeter, in Colognac waren es 299, in Les Matelles im Hérault 260 Liter. Météo-France hielt die rote Warnstufe für Regen und Hochwasser bis Mitternacht aufrecht und stufte erst am Donnerstagmorgen auf Orange herab. Der Lez stieg auf 4,32 Meter, der Vidourle bei Sommières auf 3,48 Meter. Rund 25 Straßen und Brücken waren gesperrt, der Bahnverkehr zwischen Marseille, Avignon und Sète ruhte. In Lattes mussten 60 Wohnungen geräumt werden, an der Küste mehrere Campingplätze.

Warum die Cevennen das Wasser bündeln

Solche Mengen sind kein Zufall, sondern Geografie. Eine kräftige Südströmung schaufelt feuchtwarme Luft vom Mittelmeer gegen die Südflanke der Cevennen. Dort wird sie zum Aufsteigen gezwungen, kondensiert und regnet sich aus – immer wieder über denselben Hängen, weil die Gewitterzellen kaum von der Stelle kommen. Je wärmer das Meer, desto mehr Wasserdampf steht bereit: Copernicus registrierte Ende Juni im Golfe du Lion Abweichungen von bis zu sechs Grad über dem Üblichen. Das Modell AROME hatte örtlich 50 bis 80 Liter in einer einzigen Stunde gerechnet.

Erst Barcelona, dann das Languedoc

Einen Tag zuvor hatte es Katalonien getroffen. In Sant Sadurní d'Anoia fielen nach Messungen des katalanischen Wetterdienstes Meteocat über 40 Liter in nur 30 Minuten, örtlich kamen mehr als 100 Liter zusammen. Der Notruf 112 zählte allein am Vormittag über 600 Anrufe, Metro- und Tramlinien in Barcelona standen still. Bei uns bleibt es dagegen vergleichsweise ruhig: Bis Dienstag erwarten wir 17 bis 24 Grad, am Sonntag und Montag etwas Regen im Norden und Schauer im Alpenraum, ab Mitte kommender Woche kühlt es auf 15 bis 20 Grad ab.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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