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Sturzfluten an Spaniens Ostküste: ein Toter, Handywarnung

17. September 2026·15:07 Uhr
2 Min. Lesezeit
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Sturzfluten an Spaniens Ostküste: ein Toter, Handywarnung

Ein Kaltlufttropfen über der Iberischen Halbinsel setzt seit Mittwoch die spanische Mittelmeerküste unter Wasser. Im Raum Cartagena fielen binnen einer Stunde über 70 Liter pro Quadratmeter, bei Barcelona riss ein Bach ein Auto mit, ein Mann starb. Am Donnerstagvormittag schickten die Behörden einen Alarm auf alle Handys in der Region.

Rote Warnstufe und Alarm auf jedes Handy

Der spanische Wetterdienst AEMET hob die Warnung für das Campo de Cartagena und Mazarrón am Donnerstagvormittag auf Rot an, die Stufe für außerordentliche Gefahr. Erwartet wurden bis zu 60 Liter pro Quadratmeter in einer einzigen Stunde, im Raum Cartagena wurden über 70 Liter gemessen, in Pozo Estrecho schon in der Nacht 36 Liter. Um 10.30 Uhr verschickte die Regionalregierung von Murcia eine ES-Alert-Nachricht an alle Mobiltelefone: in der Wohnung bleiben oder Schutz suchen und möglichst hoch gelegene Bereiche aufsuchen. Schulen und Betreuungseinrichtungen blieben zu, mehrere Straßen wurden gesperrt.

Zuvor traf es Katalonien und Valencia

Am Mittwochabend lag der Schwerpunkt weiter nördlich. An der Küste bei Barcelona galt die rote Warnstufe, dort waren über 90 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde möglich, in mehreren Gemeinden der Provinz Valencia fielen nach Daten des regionalen Messnetzes Avamet mehr als 70 Liter in nur 30 Minuten. In Olivella westlich von Barcelona wurde ein Auto von den Fluten eines Baches mitgerissen, ein Mann kam ums Leben, eine weitere Person galt als vermisst. Bei der Katastrophe vom 29. Oktober 2024 starben in Spanien 232 Menschen, 224 davon in der Provinz Valencia. Die Handywarnung ging damals erst am Abend heraus, diesmal kam sie mitten im Ereignis.

Warmes Meer als Treibstoff, Deutschland bleibt außen vor

Hochreichend kalte Luft über sehr warmem Wasser ist das Rezept für solche Sturzfluten. Der Deutsche Wetterdienst nannte Ende August für das Mittelmeer Oberflächentemperaturen von 24 bis 30 Grad, Bojen bei den Balearen zeigten Anfang August Spitzenwerte von 32 bis 33 Grad; nach Copernicus-Daten erwärmt sich das Becken seit 1982 um rund 0,04 Grad pro Jahr. Am Freitag bleibt der Kaltlufttropfen über dem Südosten Spaniens und den Balearen, dort sind erneut 50 Liter in weniger als einer Stunde möglich. Uns in Deutschland erreicht davon nichts: Das Wochenende wird westlich geprägt, mit stürmischen Böen an den Küsten und im Bergland, Schauern und Gewittern im Norden und 18 bis 24 Grad.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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