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Sturmböen über Deutschland: Dürre erhöht Astbruchgefahr

17. September 2026·09:07 Uhr
2 Min. Lesezeit
Sturm DeutschlandRatgeber
Sturmböen über Deutschland: Dürre erhöht Astbruchgefahr

Ab Samstag dreht der Wind auf: An den Küsten und in den Mittelgebirgen ziehen stürmische Böen auf, am Sonntag kommen Sturmböen und einzelne kräftige Gewitter dazu. Der Wind trifft auf Bäume, die der Dürresommer ausgezehrt hat. In vielen Städten sterben selbst alte Bäume ab, Äste brechen inzwischen sogar bei Windstille. Der erste kräftige Herbstwind wird damit zur Belastungsprobe.

Ab Samstag frischt der Wind kräftig auf

Am Samstag dreht die Strömung auf Südwest. An den Küsten und auf den Mittelgebirgsgipfeln erwarten wir stürmische Böen, im Nordwesten fallen Schauer, während der Süden und die Mitte bei 19 bis 26 Grad noch freundlich und trocken bleiben. Am Sonntag kommt der Wind aus West bis Nordwest, an der See und in den Bergen sind Sturmböen zu erwarten, dazu schauerartiger Regen und einzelne kräftige Gewitter bei 18 bis 24 Grad. Der Montag bleibt mit 17 bis 22 Grad wechselhaft und lebhaft windig, erst ab Dienstag beruhigt sich das Wetter allmählich.

Der Dürresommer hat die Bäume ausgezehrt

Der Wind trifft auf Bestände, die längst am Limit sind. Die Stadt Aachen berichtete Ende Juli, dass selbst alteingesessene Bäume plötzlich vertrocknen und absterben, weil die Feinwurzeln abgestorben sind und nicht mehr nachgebildet werden. Baumpflege-Leiter Andreas Schulz nennt mehrere Trockenphasen innerhalb eines Jahres als besonders problematisch. In Wuppertal mussten laut einer dpa-Meldung vom 10. August in diesem Jahr knapp 1.000 vertrocknete Stadtbäume fallen. Die Stadt Kehl kündigte am 16. September 141 Fällungen ab Oktober an, 50 Bäume gingen nach Angaben von Baumkontrolleur Kevin Lösch am reinen Trockenstress zugrunde.

Astbruch droht auch ohne Wind

Gefährlich ist der sogenannte Grünastbruch: Bei starkem Trockenstress brechen Äste ohne Vorwarnung und auch ohne Wind, worauf die Stadt Aachen ausdrücklich hinweist. Kommen kräftige Böen dazu, steigt das Risiko weiter. Dresden führt rund 105.000 Bäume im Kataster und beschäftigt zehn Baumkontrolleurinnen und Baumkontrolleure; im August stürzten in der Neustadt zwei schwere Äste auf ein geparktes Auto. Laut Hitze-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe verschwanden zwischen 2018 und 2025 über 900.000 Bäume aus 195 deutschen Städten. Für das Wochenende heißt das: Parkplätze unter großen Kronen meiden und bei Böen Abstand zu Alleen und Parks halten.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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