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Berlin-Marathon: Sonne und 22 Grad bremsen 56.000 Läufer

21. September 2026·18:07 Uhr
2 Min. Lesezeit
VeranstaltungenSport allgemein
Berlin-Marathon: Sonne und 22 Grad bremsen 56.000 Läufer

Am Sonntag um 9.15 Uhr fällt an der Straße des 17. Juni der Startschuss zum Berlin-Marathon. Über 56.000 Sportler aus mehr als 160 Nationen gehen an diesem Wochenende auf die Strecke – und treffen auf Spätsommer statt Herbst. Wir erwarten einen sonnigen, windschwachen Renntag mit bis zu 22 Grad. Schön für die Zuschauer, für Bestzeiten ist es zu viel.

Hochdruck liefert einen goldenen Renntag

Hoch ZANDER bestimmt die Woche: ruhig, trocken und nachts empfindlich kühl, in der Nacht zum Mittwoch ist in geschützten Lagen sogar leichter Frost möglich. Danach wird es von Tag zu Tag milder. Für Sonntag zeichnet sich in Berlin eine klare Nacht mit rund 11 Grad ab, örtlich bildet sich flacher Frühnebel, der sich bis zum Start rasch auflöst. Um 9.15 Uhr dürften es 13 bis 15 Grad sein, bis Mittag steigen die Werte auf 20 bis 22 Grad bei schwachem Westwind und einer Regenwahrscheinlichkeit von nur etwa zehn Prozent. Offen bleibt, ob eine schwache Störung aus dem Nordwesten mehr Wolken heranführt – das wäre für die Läufer die bessere Variante.

Warum jedes Grad Zeit kostet

Läuferisch ist Wärme teuer. Eine Auswertung von sechs großen City-Marathons zeigt, dass die schnellsten Zeiten bei 5 bis 10 Grad fallen, Hobbyläufer sind bei 6 bis 10 Grad am besten unterwegs. Für Berlin haben Sportwissenschaftler um Beat Knechtle 46 Jahre Renndaten untersucht: Die Zielzeiten hängen messbar von Tageshöchsttemperatur und Sonnenscheindauer ab, oberhalb von 15 Grad verlieren vor allem die älteren Jahrgänge. Die Spitze steckt das deutlich robuster weg als die Breite des Feldes. Dazu kommt am Sonntag die volle Einstrahlung auf den breiten, schattenlosen Achsen der Stadt.

Was Läufer und Skater beachten sollten

Praktisch heißt das: die ersten Kilometer fünf bis zehn Sekunden pro Kilometer defensiver angehen, jede Verpflegungsstelle mitnehmen, Kappe und Sonnencreme einpacken. Wer starr an der Zielzeit klebt, zahlt das ab Kilometer 30. Auf dem flachen Kurs fielen über ein Dutzend Weltrekorde, und der Streckenrekord von Eliud Kipchoge mit 2:01:09 aus dem Jahr 2022 entstand in kühler Luft – genau die fehlt diesmal. Für die Inline-Skater am Samstag ab 12.20 Uhr erwarten wir rund 19 bis 20 Grad; hier ist nicht die Wärme das Thema, sondern Restregen am Morgen und feuchter Asphalt.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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