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Kategorie: Unwetter

Chaos durch schwere Unwetter

Wie erwartet bescherte uns Tief Oriana gestern einen turbulenten Tag. Von Frankeich und den Benelux-Ländern ausgehend zogen mächtige Gewitterwolken nach Deutschland. Im Straßen-, Zug- und Flugverkehr sorgten die Unwetter für Chaos.

Schon in den Vormittagsstunden kamen in Nordrhein-Westfalen die ersten Gewitterschauer auf. Zur Mittagszeit ging es dann richtig los. Dann tobten zuerst im Saarland und am Niederrhein Unwetter, die sich weiter nordostwärts ausbreiteten und eine markante Gewitterlinie bildeten. Diese zog dann weiter über fast die gesamte Westhälfte Deutschlands und erreichte in den Abendstunden Schleswig-Holstein, Hamburg und Sachsen-Anhalt. Im Laufe der Nacht kam die Gewitterfront weiter voran und überquerte dann auch Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg. Aber auch in Bayern bildeten sich stellenweise kräftige Regengüsse und Gewitter.

Dabei gab es hunderttausende Blitzentladungen sowie heftigen Starkregen, Hagel und besonders auch Sturm. Verbreitet wurden Sturmböen von über 75 Kilometern pro Stunde erfasst. Teils gab es aber auch schwere Sturmböen und orkanartige Böen mit Tempo 100 und mehr. Über den Flughafen Hannover fegten Böen mit 111 Kilometern pro Stunde, im Weinbiet in der Pfalz wurden 112 Stundenkilometern gemessen, auf dem Brocken 115 Stundenkilometern. Direkt an der Nordsee erreichten die Böen sogar Orkanstärke mit 126 Kilometern pro Stunde. Zudem kamen stellenweise in kurzer Zeit enorme Regenmengen vom Himmel. So fielen beispielsweise in Kyritz innerhalb einer Stunde 22,7 Liter Regen pro Quadratmeter, in Freiburg an der Elbe 26,8 Liter.

Abgebrochene Äste oder umgestürzte Bäume blockierten Straßen und Bahnstrecken. Verkehrsbehinderungen und lange Staus waren die Folge. Der Zugverkehr wurde teils lahm gelegt. Die Deutsche Bahn meldete zahlreiche Verspätungen und Ausfälle. Und auch am Frankfurter Flughafen ging zeitweise nichts mehr. Während die Gewitterfront durchzog waren weder An- noch Abflüge möglich.