
Deutschland steht in den kommenden Tagen vor einer erheblichen Hitzebelastung. Aufgrund der erwarteten Temperaturen entwickelt sich vielerorts eine amtliche warnwürdige Wetterlage. Die aktuellen Modellrechnungen zeigen verbreitet Höchstwerte zwischen 30 und 38 Grad. Besonders im Westen, Südwesten und Süden kann es extrem schwülheiß werden.
In dicht bebauten Stadtgebieten kann sich die Hitze zusätzlich verstärken. Asphalt, Beton und Fassaden speichern die Wärme über Stunden und geben sie bis weit in die Nacht wieder ab. Dadurch liegen die gefühlten Temperaturen in Innenstädten oft noch höher, während die nächtliche Abkühlung nur schleppend vorankommt.
Auch nachts ist vielerorts kaum Entlastung in Sicht. Vor allem in größeren Städten West- und Südwestdeutschlands sinken die Temperaturen teilweise kaum unter 20 Grad. Solche Tropennächte belasten den Körper zusätzlich, weil die nächtliche Regeneration eingeschränkt wird. Gleichzeitig steigt mit der feuchtwarmen Luftmasse die Gewitterneigung: Örtlich können sich kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen entwickeln.
Hitze wird schnell zur GesundheitsbelastungSommerliche Temperaturen gehören für viele Menschen zur schönsten Zeit des Jahres. Doch anhaltende Hitze kann den Kreislauf stark beanspruchen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere, chronisch Kranke, pflegebedürftige Personen sowie Menschen, die im Freien arbeiten oder körperlich aktiv sind.
Wichtig ist deshalb, die Belastung nicht zu unterschätzen. Wer frühzeitig vorsorgt, kann gesundheitliche Risiken deutlich senken.
Trinken, bevor der Durst kommtBei hohen Temperaturen verliert der Körper viel Flüssigkeit. Deshalb sollte regelmäßig getrunken werden – nicht erst dann, wenn Durst entsteht. Geeignet sind Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder leichte Saftschorlen.
Als Orientierung gelten mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Bei körperlicher Arbeit, Sport oder längerem Aufenthalt im Freien kann der Bedarf deutlich höher liegen. Alkohol und größere Mengen koffeinhaltiger Getränke sollten möglichst vermieden werden, da sie den Kreislauf zusätzlich belasten können.
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte bei länger anhaltender Hitze ärztlich abklären, ob besondere Vorsichtsmaßnahmen nötig sind.
Tagesablauf anpassenAn heißen Tagen sollten körperliche Aktivitäten möglichst in die frühen Morgenstunden oder in den späteren Abend verlegt werden. Die größte Wärmebelastung entsteht meist am Nachmittag und frühen Abend.
Wer einkaufen muss oder Termine im Freien hat, sollte diese nach Möglichkeit in die kühleren Tageszeiten legen. Hilfreich ist auch ein Vorrat an Getränken und leicht verderblichen Lebensmitteln, damit an besonders heißen Tagen unnötige Wege vermieden werden können.
Im Freien gilt: Schatten suchen, direkte Sonne meiden, helle und luftige Kleidung tragen und den Kopf schützen. Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor sollte rechtzeitig aufgetragen und regelmäßig erneuert werden.
Niemals Menschen oder Tiere im Auto lassenSchon nach kurzer Zeit können sich Fahrzeuge in der Sonne lebensgefährlich aufheizen. Das gilt auch bei leicht geöffnetem Fenster und auch dann, wenn der Aufenthalt nur kurz geplant ist. Kinder, ältere Menschen und Tiere dürfen bei Hitze niemals allein im Auto zurückgelassen werden.
Wohnungen möglichst kühl haltenIn Innenräumen kann Hitze besonders belastend werden, wenn sie sich über mehrere Tage aufstaut. Lüften Sie deshalb bevorzugt früh morgens, spät abends oder nachts, wenn die Außenluft kühler ist. Tagsüber sollten Fenster möglichst geschlossen bleiben.
Rollläden, Jalousien, Vorhänge oder Markisen helfen, direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Auch einfache Maßnahmen wie feuchte Tücher, lauwarme Duschen, kalte Fußbäder oder das Kühlen von Handgelenken und Unterarmen können Erleichterung bringen.
Ventilatoren können die gefühlte Temperatur senken, ersetzen aber nicht das Trinken und keine echte Abkühlung des Raumes. Bei sehr hohen Innenraumtemperaturen sollten besonders gefährdete Personen möglichst kühlere Orte aufsuchen.
Auf Warnzeichen achtenHitzeprobleme können sich schleichend entwickeln. Warnsignale sind unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, starke Erschöpfung, Verwirrtheit, Muskelkrämpfe oder Kreislaufbeschwerden.
Bei deutlicher Verschlechterung, Bewusstseinsstörungen oder Verdacht auf Hitzschlag sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden. Bis Hilfe eintrifft, sollte die betroffene Person in den Schatten oder in einen kühlen Raum gebracht, beruhigt und vorsichtig gekühlt werden.
Nachbarn, Angehörige und Kinder im Blick behaltenNicht jeder kann sich bei Hitze selbst ausreichend schützen. Ein kurzer Anruf bei älteren Angehörigen, ein Blick auf alleinlebende Nachbarn oder Unterstützung beim Einkaufen kann viel bewirken.
Besonders kleine Kinder brauchen Aufmerksamkeit. Sie überhitzen schneller als Erwachsene und können Risiken oft nicht selbst einschätzen. Auch pflegebedürftige Menschen sind darauf angewiesen, dass Trinkmenge, Raumtemperatur und körperliche Belastung regelmäßig kontrolliert werden.
Gewittergefahr ernst nehmenDie Hitze wird in den kommenden Tagen regional von kräftigen Schauern und Gewittern begleitet. Lokal sind Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich. Solche Gewitter können kleinräumig auftreten, sich aber rasch verstärken.
Bei aufziehenden dunklen Wolken, Donnergrollen oder auffrischendem Wind sollten Sie rechtzeitig Schutz suchen. Meiden Sie freie Flächen, einzelne Bäume, Baugerüste, Gewässer und ungeschützte Höhenlagen. Gegenstände auf Balkon, Terrasse oder im Garten sollten gesichert werden.
Erhöhte Brandgefahr bei TrockenheitHitze und trockene Vegetation erhöhen das Risiko von Wald- und Flächenbränden. Werfen Sie keine Zigaretten oder andere glimmende Gegenstände achtlos weg. Fahrzeuge sollten nicht auf trockenen Wiesen oder Feldern abgestellt werden, da heiße Fahrzeugteile trockenes Gras entzünden können.
Grillen oder offenes Feuer ist in der Natur nur dort erlaubt, wo es ausdrücklich zugelassen ist. Bei Rauchentwicklung oder Feuer gilt: sofort Abstand halten und den Notruf 112 wählen.
Vorsicht beim BadenBadeseen, Flüsse und Freibäder bieten Abkühlung, können aber auch gefährlich werden. Wer stark erhitzt ist, sollte nicht plötzlich ins kalte Wasser springen. Der Temperaturunterschied kann den Kreislauf stark belasten.
Baden Sie möglichst an bewachten Stellen und beachten Sie Warnhinweise vor Ort. Bei Gewitter gehört niemand ins Wasser. Kinder sollten am und im Wasser niemals unbeaufsichtigt bleiben.
Wasser bewusst nutzenBei längerer Trockenheit wird Wasser zu einem wichtigen Gut. Leitungswasser sollte sparsam verwendet werden. Pflanzen können, wenn möglich, mit aufgefangenem Regenwasser gegossen werden. Für die persönliche Abkühlung reichen oft einfache Maßnahmen wie Fußbäder, feuchte Tücher oder kurzes lauwarmes Duschen.






