
Vor zehn Tagen kletterte das Thermometer am Oberrhein noch auf 34,5 Grad, jetzt rückt die erste Frostnacht des Herbstes näher. Zum Wochenstart sinken die Tiefstwerte verbreitet in den einstelligen Bereich, in windgeschützten Mittelgebirgstälern ist am Erdboden der erste Frost der Saison möglich. Für empfindliche Pflanzen wird es damit ernst.
Kühle Nächte zum Wochenstart
Der Samstag zeigt sich im Süden noch einmal spätsommerlich mit 22 bis 27, am Oberrhein örtlich 28 Grad, während im Norden stürmische Böen über die Nordsee fegen und auf dem Brocken Böen der Stärke 9 bis 10 möglich sind. Am Sonntag greift die Kaltfront des Tiefs BEA auf die Nordhälfte über, mit Schauern und einzelnen Gewittern im Norden und Nordosten. Dahinter fließt deutlich kühlere Luft ein: Am Montag erreichen die Höchstwerte nur noch 15 bis 20 Grad, in den folgenden Nächten kühlt es auf 6 bis 11 Grad ab. Klart es in geschützten Tallagen auf und schläft der Wind ein, liegen die Werte direkt über dem Boden noch einmal vier bis fünf Grad tiefer – dann reicht es für den ersten Frost.
Ende September ist Frost normal
Ungewöhnlich früh wäre das nicht. Eine DWD-Auswertung von rund 100 Klimastationen für die Winter 1981/82 bis 2021/22 zeigt: Im Südosten Deutschlands tritt der erste Frost im Mittel Mitte bis Ende September auf, in der Mitte und im Osten Ende September bis Anfang Oktober. In Ballungsräumen und an den Küsten dauert es länger, dort wurde frühestens im Oktober Frost gemessen. Die bisher frühesten Termine der Messreihen stammen aus dem September 2022, als Hechingen am 22. und Augsburg am 23. September Frost meldeten. Zugleich verschiebt sich der erste Frost an den meisten Stationen immer weiter nach hinten – ein deutliches Zeichen der Erwärmung.
Was jetzt im Garten zu tun ist
Bodenfrost ist tückisch, weil das Thermometer in zwei Metern Höhe noch klar im Plus steht, während Basilikum, Tomaten, Bohnen oder Kürbisse am Boden bereits geschädigt werden. Wer empfindliche Kübelpflanzen draußen stehen hat, sollte sie zum Wochenstart an die Hauswand rücken oder hereinholen, Beete lassen sich mit Vlies abdecken. Reife Früchte kommen jetzt besser ins Haus als in die nächste klare Nacht. Eine Dauerlösung ist die Kälte allerdings nicht: Ab Dienstag setzt sich Hochdruck durch, die Werte steigen wieder auf 17 bis 22, im Südwesten zur Wochenmitte bis 25 Grad, dafür bilden sich morgens zähe Nebelfelder.
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.







