
Die Nächte werden kühler, im Norden ziehen wieder Regengebiete durch – und trotzdem bleibt Deutschlands wichtigster Wasserspeicher tief im Minus. In Sachsen liegen fast neun von zehn Messstellen unter dem monatstypischen Grundwasserstand, in rund 110 Kommunen gelten Entnahmeverbote. Warum ausgerechnet der Herbstregen daran zunächst wenig ändert.
Neun von zehn Messstellen zu tief
Die amtliche Grundwasserübersicht des Freistaats Sachsen weist für den 14. September rund 87 Prozent von 311 ausgewerteten Messstellen unter dem monatstypischen Wert aus, im Median 56 Zentimeter zu tief. Ein Jahr zuvor waren es 84 Prozent und 38 Zentimeter. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sieht inzwischen jeden zweiten Landkreis unter Wasserstress. Im Einzugsgebiet der oberen Donau haben die Kreise Schwarzwald-Baar, Tuttlingen, Sigmaringen und der Zollernalbkreis die Entnahme aus Bächen und Flüssen seit dem 19. Juni untersagt, vorerst bis zum 30. September. Verstöße können bis zu 100.000 Euro kosten.
Warum der Regen unten nicht ankommt
Grundwasser entsteht bei uns fast ausschließlich im Winterhalbjahr. Von Oktober bis März ruht die Vegetation, die Verdunstung ist gering, und der Niederschlag sickert bis zur Grundwasseroberfläche durch. Im Sommer zehren Pflanzen und Verdunstung dagegen nahezu alles auf, was fällt. Dazu kommt: Erst muss der ausgetrocknete Boden seinen eigenen Speicher füllen, bevor überhaupt etwas nach unten weitergereicht wird. Kurze Schauer auf verkrusteten Böden laufen oberflächlich ab – sie färben die Wiesen grün, erreichen den Grundwasserleiter aber nicht. Weltweit zeichnet der jüngste Bericht der Weltorganisation für Meteorologie dasselbe Bild: 2025 war eines der trockensten Jahre für die Flussabflüsse seit über drei Jahrzehnten, zwei Drittel der ausgewerteten Brunnen liegen außerhalb ihres historischen Normbereichs.
Zweigeteiltes Wochenende, danach ruhig
Das Wochenende teilt Deutschland: Im Norden ziehen Regengebiete durch, dazu wehen stürmische Böen um 70 Kilometer pro Stunde, auf exponierten Gipfeln sind Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde und einzelne kräftige Gewitter möglich. Südlich der Mittelgebirge setzt sich dagegen Hochdruck durch, am Oberrhein werden bis zu 27 Grad erreicht, die Nächte kühlen auf 4 bis 10 Grad ab. Am Montag lässt der Wind nach, ab Dienstag wird es nach Nebelauflösung vielfach freundlich bei 18 bis 25 Grad. Nennenswerter Landregen ist bis Ende kommender Woche nicht in Sicht – und selbst der käme unten erst im Winter an.
Johannes Graf
B. Sc. Meteorologie
Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.







