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Altweibersommer ab 18. September: Kalender und Modelle einig

11. September 2026·18:12 Uhr
2 Min. Lesezeit
WettertrendWetterwissen
Altweibersommer ab 18. September: Kalender und Modelle einig

Nach einer wechselhaften ersten Septemberhälfte mit Nebel, Wolken und mäßigen Temperaturen zeichnet sich ab dem 18. September eine spürbare Wetterberuhigung ab. Wir erwarten einen klassischen Altweibersommer mit ruhigem Hochdruckwetter und milden 19 bis 20 Grad - und ausgerechnet der jahrhundertealte 100-jährige Kalender kommt zum selben Schluss wie die modernen Wettermodelle.

Erst wechselhaft, dann Beruhigung

Diese Woche zeigt sich das Muster typisch herbstlich zweigeteilt: Nach Nebel in den Frühstunden, teils mit Sichtweiten unter 150 Metern, setzt sich am Wochenende im Süden und Westen noch einmal spätsommerliche Wärme durch, am Oberrhein sind bis zu 27, örtlich 28 Grad möglich. Nach Norden hin bleibt es dagegen wechselhafter mit mehr Wolken und einzelnen Schauern. Diese Gegensätze lösen sich zur Wochenmitte auf, wenn sich eine Hochdruckbrücke von Süden her über weite Teile Mitteleuropas ausweitet und für ruhigeres, überwiegend trockenes Wetter sorgt.

Was der 100-jährige Kalender dazu sagt

Der 100-jährige Kalender geht auf den fränkischen Abt Mauritius Knauer zurück, der von 1652 bis 1658 täglich das Wetter aufzeichnete und daraus, angelehnt an einen siebenjährigen Planetenzyklus, Vorhersagen für die folgenden hundert Jahre ableitete - erstmals gedruckt 1704. Für die zweite Septemberhälfte 2026 verspricht das historische Werk ebenfalls einen goldenen, milden Herbstabschnitt. Einen wissenschaftlichen Beleg für die Methode gibt es nicht: Planetenstellungen beeinflussen das Wetter nachweislich nicht, Jetstream und Meeresströmungen kommen darin gar nicht vor. Dass Kalender und Modelle diesmal übereinstimmen, ist Zufall - aber ein hübscher.

Kein Hitzerekord, aber gutes Wetter zum Draußensein

Anders als in manchen früheren Modellläufen zeichnet sich kein neuer Hitzeschub mit Werten über 30 Grad ab, sondern ruhiges, mildes Spätsommerwetter mit viel Sonne, kühlen, teils einstelligen Nächten und Frühnebel in den Tälern - gute Bedingungen für Wanderungen und Ausflüge. Für die ausgetrockneten Böden nach dem extrem trockenen Sommer bringt die stabile Hochdrucklage allerdings keinen Regen, die Dürre im Süden und Westen bleibt bestehen, bis neue Tiefausläufer vom Atlantik nach Mitteleuropa vordringen.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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