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Wetterprognosen beim DWD: Sieben Tage so gut wie 1980 ein Tag

11. September 2026·15:06 Uhr
2 Min. Lesezeit
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Wetterprognosen beim DWD: Sieben Tage so gut wie 1980 ein Tag

Wie weit reicht eine Wettervorhersage überhaupt? Der Deutsche Wetterdienst hat am Freitag offengelegt, wie er die Güte seiner Modelle misst – und das Ergebnis ist bemerkenswert: Eine Prognose für die kommende Woche trifft heute im Mittel so gut wie 1980 die für den nächsten Tag. Wo die Grenze trotzdem verläuft, zeigt gerade der Dauerregen südlich der Alpen.

Über 90 Prozent Treffer – und trotzdem Fehlalarme

Der DWD prüft seine Vorhersagen seit Jahrzehnten objektiv nach. Als Treffer gilt eine Temperaturprognose, wenn sie höchstens 2,5 Kelvin von der Messung abweicht, beim Wind sind es 2,5 Meter pro Sekunde. Seit 1984 liegen die Trefferquoten bei Höchst- und Tiefstwerten sowie bei der Windgeschwindigkeit über 90 Prozent. Deutlich schwieriger sind Ereignisse, die nur ja oder nein kennen: Für den Sommer 2023 weist der DWD bei Gewitterwarnungen eine Trefferquote von über 85 Prozent je Landkreis aus, zugleich aber eine Fehlalarmrate von rund 55 Prozent. Daher rührt das Gefühl, eine Warnung sei danebengegangen.

Satelliten, Supercomputer und ein neues Modell

Der Fortschritt kam in Stufen. Ab 1975 lieferten geostationäre Satelliten erstmals flächendeckende Daten über Ozeanen und dünn besiedelten Regionen, Modellwechsel in den Jahren 1990 und 2015 brachten weitere deutliche Gewinne – zuletzt das Gittermodell ICON mit 13 Kilometern Maschenweite. Bewertet wird das mit Kennzahlen wie dem mittleren absoluten Fehler, dem Wurzelfehler RMSE oder der Korrelation zwischen Vorhersage und Messung. Unterm Strich erreicht die heutige Sieben-Tage-Vorhersage nach Angaben des DWD die Qualität, die 1980 eine Vorhersage für den Folgetag hatte.

Wo die Modelle heute auseinanderlaufen

Grenzen zeigen sich dort, wo kleine Unterschiede große Folgen haben. Für die Dauerregenlage von Mittelitalien über Slowenien bis nach Österreich nannte der DWD am Donnerstag bis zu 228 Liter pro Quadratmeter im europäischen Modell gegenüber 183 Litern im ICON-EU – dieselbe Lage, ein Viertel Unterschied. Bei uns ist die Sache einfacher: Das Wochenende bleibt hochdruckbestimmt mit zähem Frühnebel, örtlich unter 150 Meter Sicht, und 20 bis 25 Grad. Zum Wochenstart klettern die Werte im Südwesten Richtung 30 Grad, ehe ab Wochenmitte ein Tiefausläufer von Skandinavien für offene Fragen sorgt.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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