
Seit 23 Jahren hält der Jahrhundertsommer 2003 den deutschen Temperaturrekord – und ausgerechnet jetzt kommt ihm der Sommer 2026 gefährlich nahe. Ab Donnerstag schiebt sich erneut heiße Luft nach Deutschland, für Freitag warnt der Deutsche Wetterdienst vor starker Wärmebelastung. Entschieden ist das Rennen um die Rekordmarke damit aber noch lange nicht.
Ab Freitag wieder starke Wärmebelastung
Die DWD-Wochenvorhersage der Wettergefahren vom Mittwoch, 12.08.2026, 11:00 Uhr, sieht für Donnerstag noch keine Wettergefahren. Am Freitag erwartet der Wetterdienst dann in weiten Teilen Südwest- und Westdeutschlands starke Wärmebelastung, in der Nacht zum Samstag mit geringer Wahrscheinlichkeit im Nordwesten erste starke Gewitter. Am Samstag kommen in der Westhälfte markante Gewitter mit Sturmböen, Hagel und Starkregen dazu, vor allem im Nordwesten lokal mit Unwetterpotenzial. Außer im Norden bleibt es verbreitet stark wärmebelastet, verbreitet werden 30 bis 35 Grad erwartet, örtlich auch mehr.
Nur noch Zehntelgrade bis zur Marke von 2003
Der Rekordsommer 2003 kam im deutschen Flächenmittel auf 19,7 Grad. Der laufende Sommer liegt je nach Auswertungsstand bei etwa 19,3 bis 19,6 Grad – der Abstand ist also klein. Gefüttert wird die Bilanz von einem außergewöhnlichen Juni und Juli: Am 27. Juni fiel in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt mit 41,8 Grad nach DWD-Prüfung der deutsche Allzeitrekord, der zuvor bei 41,2 Grad aus dem Juli 2019 lag. Der Juli 2026 brachte 19,7 Grad im Mittel, 2,8 Grad über der Referenz 1961 bis 1990, und war in Nordrhein-Westfalen und Hessen der trockenste seit Messbeginn 1881.
Warum die Entscheidung offen bleibt
Der meteorologische Sommer endet erst am 31. August, rund zweieinhalb Wochen bleiben also. Jeder Tag unter dem Durchschnitt zieht den Saisonwert wieder nach unten, und genau daran scheiterten die heiß gestarteten Sommer 2018 und 2022. Schon ab Samstag mischen sich markante Gewitter ein, am Sonntag von der Mitte bis in den Süden mit lokalem Unwetterpotenzial im Südosten. Unstrittig ist dagegen die Trockenheit: Bis zum 2. August zählte der DWD im Mittel rund 22 Tage mit hoher Waldbrandgefahr statt der üblichen etwa zehn. Die endgültige Bilanz zieht der Wetterdienst Ende August.