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Niedrigwasser an der Elbe: Herbstregen bringt Sachsen keine Wende

15. Oktober 2026·15:03 Uhr
Zuletzt aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
Wetterlage
Niedrigwasser an der Elbe: Herbstregen bringt Sachsen keine Wende

Die Elbe in Dresden ist zum halben Meter geschrumpft: Am Donnerstagnachmittag zeigte der Pegel 52 Zentimeter, das ist ein Drittel des Mittelwassers. Auch Torgau und Magdeburg melden Tiefstände. Der Regen am Wochenende fällt vor allem im Südwesten. Für Sachsens Flüsse und das Grundwasser ist auch in der nächsten Woche kein Ende des Niedrigwassers in Sicht.

Ein Drittel des üblichen Wassers

Am Pegel Dresden flossen am Donnerstag um 14:45 Uhr nur 82 Kubikmeter Wasser pro Sekunde vorbei. Nach den Daten des sächsischen Landeshochwasserzentrums gilt alles unter 113 Kubikmetern als Niedrigwasser, das Mittelwasser liegt bei 147 Zentimetern. Weiter flussabwärts sieht es ähnlich aus: In Torgau standen 44 Zentimeter an, an der Magdeburger Strombrücke 51. Dort war der Pegel Ende August sogar auf 34 Zentimeter gefallen, elf Zentimeter unter den bis dahin niedrigsten bekannten Wert. Den Durchfluss-Rekord für Dresden hält allerdings weiter der Januar 1954 mit nur 22,5 Kubikmetern pro Sekunde.

Leichte Entspannung, aber kein Durchbruch

Der aktuelle Niedrigwasser-Kurzbericht des Freistaats vom 13. Oktober zeigt immerhin eine kleine Besserung. Trotzdem lag der Durchfluss noch an 74 von 147 Pegeln, also an gut der Hälfte, unter dem mittleren Niedrigwasser. An weiteren 51 Pegeln war diese Marke fast erreicht. Im August waren es noch 81 Prozent. Noch ernster ist die Lage im Untergrund: Nach Angaben des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie liegen rund 92 Prozent von 318 Messstellen unter dem für die Jahreszeit typischen Grundwasserstand, im Mittel um 60 Zentimeter. Vor einem Jahr waren es 79 Prozent und 36 Zentimeter.

Wochenendregen zieht am Osten vorbei

In Dresden hängt der Wasserstand stark davon ab, wie viel Wasser über die tschechischen Wehre abgegeben wird. Das Landeshochwasserzentrum erwartet bis Freitagvormittag einen kurzen Anstieg auf rund 68 Zentimeter, bis Sonntag sinkt der Pegel wieder auf etwa 57 Zentimeter. Am Samstag zieht eine Front mit Regen durch, der aber vor allem im Süden und Südwesten fällt. Im Osten kommen höchstens ein paar Liter an. Ab Montag setzt sich Hochdruck mit Nebel und 12 bis 17 Grad durch, erst ab Mittwoch kommt von Südwesten wieder Regen auf. Für eine Wende bräuchte Sachsen mehrere Tage mit kräftigem Regen im ganzen Land, und die zeichnen sich bisher nicht ab.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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