
Nach dem angenehm temperierten Wochenende dreht die Hitze an diesem Montag wieder auf: Im Südwesten sind bis zu 38 Grad möglich. Mit der Hitze wächst ein Problem, das man weder sehen noch riechen kann. Das Bayerische Landesamt für Umwelt erwartet für heute Ozonspitzen von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter – genau jene Schwelle, ab der Behörden die Bevölkerung informieren.
Die Sonne ist der Motor der Ozonbildung
Bodennahes Ozon strömt nicht aus einem Schornstein, es entsteht in der Luft selbst. Unter intensiver UV-Strahlung baut die Sonne aus Vorläuferstoffen wie Stickoxiden und flüchtigen Kohlenwasserstoffen in einer Kette fotochemischer Reaktionen Ozon auf. Je länger die Sonne scheint und je heißer und trockener die Luftmasse ist, desto effizienter läuft dieser Prozess. Deshalb liegen die Tagesmaxima typischerweise am späten Nachmittag, während die Werte über Nacht deutlich absinken. Der strahlend sonnige Start in diesen Hitzetag liefert also die perfekte Vorlage.
Auf dem Land oft mehr Ozon als in der Innenstadt
Wer im Grünen der schlechten Luft entkommen will, irrt beim Ozon. Die höchsten Werte werden ausgerechnet an Stadtrand- und ländlichen Messstationen registriert, denn frische Stickoxide aus dem Verkehr bauen Ozon in den Innenstädten teilweise wieder ab. Die Vorläuferstoffe ziehen mit dem Wind ins Umland und werden erst dort umgewandelt. Rund 260 Stationen überwachen das in Deutschland. Die Informationsschwelle liegt bei 180 Mikrogramm pro Kubikmeter im Stundenmittel, die Alarmschwelle bei 240. Am 27. Juni wurden in Altendeich in Schleswig-Holstein 184 Mikrogramm erreicht.
Worauf empfindliche Menschen jetzt achten sollten
Hohe Ozonwerte reizen Augen und Atemwege, können Husten, Kopfschmerzen und eine messbar schlechtere Lungenfunktion auslösen. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen und Asthmatiker. Das Umweltbundesamt rät, anstrengende Aktivitäten im Freien auf den frühen Morgen oder den Abend zu verlegen und die Wohnung morgens zu lüften statt am Nachmittag. Entspannung bringt der Wetterwechsel: Ab Mittwoch ziehen kräftige Schauer und Gewitter durch, die Luftmasse wird ausgetauscht. Im Nordwesten stehen dann nur noch rund 25 Grad auf dem Programm.