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Warum Ostern immer an einem anderen Tag ist

Anders als an Weihnachten stellt sich bei Ostern jedes Jahr wieder die Frage, an welchem Datum es dieses Jahr wohl sein wird. Denn dieses ändert sich jedes Jahr scheinbar willkürlich. Doch warum ist das so? Was ist die Logik dahinter?

Die Antwort auf diese Fragen hat zugegebener Maßen einmal tatsächlich nichts mit dem Wetter zu tun, sondern überwiegend historische und – man hätte es vermuten können – religiöse Gründe. Ostern ist ein sogenannter beweglicher Festtag. Von diesen gibt es nur eine geringe Anzahl in der Fastenzeit (z.B. Fastnacht) welche sich zudem alle nach Ostern richten. Diese Änderung des Datums liegt daran, dass es überliefert ist, dass das Sterben und die Auferstehung von Jesus in die Pessachwoche fielen. Pessach wiederum ist das höchste Fest im Judentum und erinnert an den Auszug der Juden aus Ägypten und somit die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei. Die Traditionen dieses Festes reichen, wie es für das Judentum als älteste Weltreligion üblich ist, extrem weit zurück. In die Zeit, in der die Israeliten von eine nomadischen zu einem sesshaften Volk wurden. Es entstand wahrscheinlich aus einer Mischung der alten nomadischen Opfer-Riten die sich im Laufe der Zeit mit neuen landwirtschaftlichen Festen vermischten. Diese wurden zum Beginn der Gerstenernte im östlichen Mittelmeerraum gefeiert. Dass die Wintergerste zu ungefähr diesem Zeitpunkt erntereif wird und dieses Getreide für die Stämme immer wichtiger wurde, ließen das Pessachfest auf die Vollmondnacht zwischen Mitte März und Mitte April fallen. Und diese Einflüsse haben sich bis heute in das Osterfest fortgesetzt. Auch heute noch wird das Osterfest an dem Sonntag nach dem Vollmond zwischen Mitte März und Mitte April gefeiert. Der Termin richtet sich also nach einem Mondkalender, während unser normaler Kalender sich nach der Sonne richtet. Mondkalender sind tatsächlich auch die älteren Kalender, da man die Mondphasen einfacher beobachten konnte, als beispielsweise Tag-Nachtgleichen. Die verschiedenen Mondphasen entstehen, da der Mond ca. 30 Tage benötigt, um einmal um die Erde zu wandern. Dabei wird er immer von der Sonne beschienen, von einem festen Punkt auf der Erde sieht man jedoch von Nacht zu Nacht unterschiedlich viel von der beleuchteten Mondhälfte.

Manche Traditionen halten sich also wirklich sehr lange, lassen sich letzten Endes aber auf teilweise sehr triviale Wurzeln zurückführen.