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Wettersturz in Deutschland: Erkältungssaison nimmt Fahrt auf

02. Oktober 2026·18:07 Uhr
2 Min. Lesezeit
GesundheitWetterlage
Wettersturz in Deutschland: Erkältungssaison nimmt Fahrt auf

Noch zeigt sich der Oktober von seiner goldenen Seite: Bis Mittwoch bleibt es mit 17 bis 24 Grad ungewöhnlich mild. Dann kippt die Lage. Ab Donnerstag strömt mit kräftigem West- bis Nordwestwind deutlich kühlere Luft heran, die Höchstwerte rutschen binnen zwei Tagen auf 12 bis 18 Grad. Genau in diese Phase fällt der Start der Infektsaison – und das ist kein Zufall.

Zehn Grad weniger bis zum Wochenende

Von Montag bis Mittwoch bleibt es nach Auflösung von Nebel und Hochnebel vielerorts freundlich und trocken, nur im Norden fällt zeitweise etwas Regen. Die Höchstwerte liegen bei 17 bis 24 Grad. Am Donnerstag zieht von Westen Regen auf, der im Tagesverlauf in Schauer und einzelne Gewitter übergeht. Der Wind dreht auf West bis Nordwest und frischt deutlich auf, in Schauernähe, im Bergland und an den Küsten sind stürmische Böen dabei. Am Freitag bleibt es bei 12 bis 18 Grad, und auch das Wochenende wird wechselhaft mit 15 bis 20 Grad.

6,6 Millionen Atemwegsinfekte pro Woche

Die Infektsaison hat schon vor dem Temperaturrückgang begonnen. Nach dem GrippeWeb-Wochenbericht des Robert Koch-Instituts mit Datenstand 29. September liegt die Rate akuter Atemwegserkrankungen bei rund 8.000 je 100.000 Einwohner – das sind etwa 6,6 Millionen Menschen pro Woche mit einem neu aufgetretenen Infekt, Tendenz steigend seit Kalenderwoche 33, auf moderatem Niveau. Grippeähnliche Erkrankungen bleiben mit rund 1.300 je 100.000 niedrig. Nachgewiesen wurden im September fast ausschließlich Rhino- und Enteroviren, Influenza und SARS-CoV-2 spielen bislang kaum eine Rolle. Ab dem 7. Oktober berichtet das RKI wieder wöchentlich ausführlich.

Warum die kalte Nase anfälliger macht

Kälte macht nicht selbst krank, sie verschiebt aber die Startbedingungen zugunsten der Viren. Eine 2022 im Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlichte Arbeit von Di Huang und Kollegen an der Northeastern University kühlte Nasenschleimhaut-Kulturen um fünf Grad ab – das entspricht etwa dem Gang nach draußen bei vier bis fünf Grad Lufttemperatur. Die Zahl der freigesetzten Abwehrbläschen, die den Viren eine Wirtszelle vortäuschen, sank dabei um 42 Prozent. Dazu kommen trockene Heizungsluft und mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Mehrmals täglich kurz stoßlüften statt Fenster dauerhaft kippen, Schal über Mund und Nase bei Wind – kleine Dinge mit messbarer Wirkung.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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