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Altweiber - Schönwettertreiber

Wie jedes Jahr hört man auch dieses Jahr gegen Ende des Septembers immer häufiger das Wort „Altweibersommer". Doch was genau versteht man eigentlich darunter? Und was haben alte Frauen mit dem Wetter momentan zu tun?

Woher die Bezeichnung eigentlich kommt, ist umstritten. Eine mögliche Deutung ist, dass das Wort vom althochdeutschen „weiben" abstammt, was das Knüpfen oder Weben von Spinnennetzen bezeichnet. In den Spätsommer- und frühen Herbstmonaten sieht man nämlich häufig Spinnweben durch die Luft fliegen. Interessanterweise hängen an diesen Fäden häufig auch junge Spinnen, welche sich auf diesem Weg vom Wind davontragen lassen. Für gewöhnlich schaffen sie es nur ein paar Meter weit, bevor sie an einem Baum oder Busch hängen bleiben, doch manche gelangen in passenden Windströmungen in mehrere Kilometer Höhe und können so teilweise ganze Ozeane überqueren. Das ist sehr beeindruckend, zumal die Spinnen wahrscheinlich eigentlich nur zum nächsten Baum segeln wollten und plötzlich eine Weltreise unternehmen, doch ich schweife etwas ab…

Meteorologisch betrachtet handelt es sich beim Altweibersommer um eine sogenannte Singularität. Darunter versteht man Wetterlagen, welche sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt einstellen und im normalen Wetterverlauf eher aus der Reihe fallen. So ist der Altweibersommer ab Ende September wärmer und trockener, als diese Zeit im Normalfall wäre. Andere Singularitäten, von denen Sie vielleicht schon einmal gehört haben, sind die „Eisheiligen", die „Schafskälte" oder das „Weihnachtstauwetter". Der Altweibersommer entsteht, wenn sich ein stabiles Hochdruckgebiet über Mitteleuropa legt, welches in der Folge, zumindest tagsüber, zu beinahe sommerlich warmen Temperaturen führt. Morgens oder abends ohne Jacke aus dem Haus zu gehen ist allerdings eine schlechte Idee, denn nachts kann es bereits empfindlich kalt werden. Ein weiteres auftretendes Phänomen ist der Nebel, welcher sich in den Morgenstunden bildet. Dieser entsteht, weil sich der Boden in der Nacht bereits stark abgekühlt. Die darüber liegende Luft kühlt dann in den ersten Metern ebenfalls so weit ab, dass sie beginnt, den in ihr enthaltenen Wasserdampf auszukondensieren. Die vielen, sehr kleinen Wassertröpfchen nimmt man als Nebel wahr. Der Altweibersommer ist im Normalfall (leider) die letzte echte Schönwetterphase des Jahres, welche noch angenehm warme Temperaturen mit sich bringt…