Alexander Uffelmann
Neue Hitzewelle wieder in Sicht: Nicht alle Regionen betroffen!
Aktuell kündigt sich in Deutschland eine erneute Hitzewelle an. In vielen Medien wurde bereits seit Ende der vergangenen Rekord-Hitzewelle Ende Juni von einer weiteren Phase mit Extremwerten von weit über 40 Grad Mitte Juli berichtet. Doch wird es wirklich schon wieder so heiß in Deutschland oder bleibt uns die ganz große „Hitzeglocke" diesmal erspart?
Regional große Unterschiede: Norden deutlich kühler
Anders als bei der vergangenen Hitzewelle, wo am Ende bis weit in den Norden Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke herrschten, beschränkt sich die kommende heiße Wetterphase wohl eher auf den Südwesten des Landes. Hier können die Temperaturen nachmittags bis zum kommenden Montag täglich auf 30 bis 34 Grad steigen. Im südlichen Oberrheingraben, rund um Freiburg, kann das Thermometer am Wochenende sogar auf 37 oder 38 Grad klettern. Die 40 Grad werden allerdings nach den meisten Berechnungen nirgendwo erreicht. Ganz ausgeschlossen ist dieses Szenario entlang des Oberrheins jedoch nicht. Abseits des Oberrheins bleibt es auch nachts im Vergleich zur vergangenen Hitzewelle spürbar kühler, sodass die Wärmebelastung erheblich niedriger ist. Zudem ist die Luft sehr trocken, wodurch hohe Temperaturen als weniger „drückend" empfunden werden.
Ganz anders sieht es aus, wenn man Richtung Nordosten blickt: Hier dominieren weiterhin deutlich kühlere Luftmassen, angetrieben von der Rückseite eines Tiefs, welches sich bis zum Wochenende von Südskandinavien in Richtung Baltikum und Westrussland verlagert. Daher liegen die Höchstwerte in der Nordosthälfte aktuell noch bei 18 bis 24 Grad, allerdings wird es ab Donnerstag auch hier mit bis zu 30 Grad deutlich wärmer. In den nördlichen Mittelgebirgen, etwa vom Erzgebirge über den Harz bis zur Nordseeküste, bleibt es auch am Wochenende mit maximal 25 bis 28 Grad am kühlsten. Hier kann man nicht von einer „Hitzewelle" sprechen.
Genauso wie bei den Temperaturen gibt es auch beim Wetter teils große Unterschiede: Während es im Südwesten bereits sehr viel ungestörten Sonnenschein gibt, muss in der Mitte und im Nordosten bis Donnerstag mit zahlreichen Regenschauern gerechnet werden. Nördlich der Elbe fällt heute regional sogar ergiebiger Dauerregen. Ab Freitag gewinnt das Hoch über den Britischen Inseln zunehmend an Einfluss bei uns, sodass es auch in den nördlichen Landesteilen trocken bleibt und oftmals die Sonne scheint. Erst zu Beginn der kommenden Woche kann es im Osten wieder einzelne Sommergewitter geben.
Die ganz große Hitze lauert uns auf den Füßen
Wer sich nun freut, dass in den allermeisten Regionen statt Rekordhitze eher angenehmes Sommerwetter bevorsteht, darf sich derzeit sehr glücklich schätzen. Ganz anders sieht es nämlich zurzeit bei unseren Nachbarn in Frankreich aus, wo erneut extrem hohe Temperaturen bis zu 39 Grad bis weit in die nördlichen Landesteile vordringen. Einen kleinen Vorgeschmack davon erlebt daher gerade der äußerste Südwesten Deutschlands. Im Südwesten Frankreichs liegen die Höchstwerte in dieser Woche verbreitet bei 40 Grad oder knapp darüber. Erst vor gut zwei Wochen wurden hier vielerorts neue Hitzerekorde aufgestellt. Es braucht am Ende also nur eine kleine Veränderung in der Position des Hochs über der Nordsee, sodass die große Hitze deutlich weiter zu uns vorankommt, als es die Modelle aktuell berechnen.