Ski-Weltcup in Sölden: Wind gefährdet Rennen am Sonntag

23. Oktober 2026·15:04 Uhr
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WintersportVeranstaltungen
Ski-Weltcup in Sölden: Wind gefährdet Rennen am Sonntag

Am Wochenende startet am Rettenbachferner in Sölden der alpine Ski-Weltcup, doch das Wetter spielt nur bedingt mit. Der Frauen-Riesenslalom am Samstag dürfte bei klirrender Kälte und kräftigem Westwind über die Bühne gehen. Für das Männerrennen am Sonntag sieht es kritischer aus: Eine Warmfront bringt stürmischen Südwind und schlechte Sicht auf den Gletscher.

Samstag: kalt, windig, aber meist fahrbar

Hinter der Kaltfront von Sturmtief Luise strömt in der Nacht zum Samstag deutlich kältere Luft in die Ostalpen. In 3000 Metern Höhe rechnen wir mit Temperaturen um minus 10 Grad, dazu weht ein lebhafter West- bis Nordwestwind. Am Vormittag ziehen noch einzelne Schneeschauer durch, im Laufe des Tages zeigt sich zwischen den Wolken öfter die Sonne. Nennenswerter Neuschnee ist im Ötztal kaum zu erwarten. Für die Frauen um 10 und 13 Uhr bedeutet das eine harte, griffige Piste, aber auch böigen Wind am Start auf 3040 Metern. Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick vor allem auf Emma Aicher. Das Erste überträgt live ab 10 Uhr.

Sonntag: Warmfront bringt Sturm und schlechte Sicht

Am Sonntag, dem Tag der Zeitumstellung, wird es am Gletscher deutlich ungemütlicher. Rasch zieht eine Warmfront auf, der Wind dreht auf Süd bis Südwest und frischt stark auf. Die Regionalstelle Tirol der GeoSphere Austria erwartet eingeschränkte Sicht und eine Schneefallgrenze, die zunächst über 2500 Meter steigt und am Abend mit einer schwachen Kaltfront wieder auf etwa 1500 Meter sinkt. Der Deutsche Alpenverein beschreibt den Sonntag in exponierten Lagen als sehr turbulent, besonders auf der Alpennordseite vom Arlberg über Tirol. Gerade der Wind kann für die Männer zum Problem werden, denn auf dem freien Gletscher reichen schon einzelne kräftige Böen, um Start und Rennen zu unterbrechen.

Sölden kennt das Risiko – ab Montag wird es ruhiger

Dass Wind in Sölden ein Rennen kippen kann, zeigte sich 2023: Damals wurde der Männer-Riesenslalom mitten im ersten Durchgang abgebrochen, nachdem 47 von 73 Fahrern gestartet waren. FIS-Renndirektor Markus Waldner sagte damals dem SRF: „Leider hatten wir keine Wahl.“ Die Veranstalter haben eine Reservestartposition und verweisen darauf, dass sich alle Zeiten wetterbedingt ändern können. In Deutschland sorgt Sturmtief Luise am Freitagabend im Westen für Sturmböen, vom Rheinland bis zum Emsland auch für schwere Sturmböen um 100 km/h. Am Sonntag folgt ein neues Sturmtief. Ab Montag setzt sich in den Alpen Hochdruck durch.

Dominik Jung
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Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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