Das sonnig-warme Wetter sorgt nicht überall für gute Stimmung: Besonders im Süden macht sich die seit Wochen anhaltende Trockenheit zunehmend bemerkbar. Für Pflanzen und Landwirtschaft wird die Lage vor allem jetzt in der frühen Wachstumsphase problematischer.
Das aktuelle Wetter beschleunigt diese Entwicklung zusätzlich. Mit Blick auf das Wochenende und die neue Woche stellt sich die Frage, ob der Wetterumschwung mit Schauern und Gewittern für eine flächendeckende Entspannung sorgen kann – oder ob, wie bei solchen Lagen häufig, nur punktuell ausreichende Regenfälle auftreten.
April deutlich zu trocken
Der April verlief – mit Ausnahme einiger Regionen im Osten – verbreitet zu trocken. Im bundesweiten Durchschnitt fiel nur rund 65 % der üblichen Niederschlagsmenge. Dabei zeigen sich große regionale Unterschiede: In weiten Teilen des Alpenvorlandes, in der Oberpfalz, in Niederbayern sowie vom Rhein-Main-Gebiet bis in den Kraichgau fiel fast kein Regen. Besonders trocken war der Frühling bisweilen in Regionen wie Rheinhessen und Niederbayern, wo auch der März fast keinen Regen brachte. Nennenswerte Niederschläge gab es dort zuletzt im Februar – also vor über zwei Monaten.
Sonne und Wind verstärken Austrocknung
Das trockene Wetter in Kombination mit der zunehmend kräftigen Frühlingssonne hat die Austrocknung der oberen Bodenschichten weiter verstärkt. Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Bis vor Kurzem fehlte an vielen Bäumen noch das Laub. Dadurch konnte die Sonne den Waldboden nahezu ungehindert erreichen und zusätzlich austrocknen. Auch die vergleichsweise warmen und trockenen Bedingungen entlang des Rheins fördern die Verdunstung im Frühjahr deutlich.
Verstärkt wird die Situation durch häufige trockene Ostwinde, die zusätzlich Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen.
Die Trockenheit zeigt sich beim Blick in den UFZ-Dürremonitor, wo in den Regionen rund um das Rhein-Main-Gebiet, den Rhein-Neckar-Raum sowie Teile Bayerns entlang der Donau immer weniger Wasser im Boden für Pflanzen verfügbar ist. Zu dieser Jahreszeit vor Beginn des Sommers kann das für die Landwirtschaft zum Problem werden, sollte der Frühsommer nicht verregnet sein. In anderen Teilen Deutschlands, wie im Norden und in den Mittelgebirgen, sieht die Lage entspannter aus.
Steigende Waldbrandgefahr
Durch die Kombination aus fehlendem Regen, intensiver Sonneneinstrahlung und trockenen Winden ist die Waldbrandgefahr deutlich gestiegen. Besonders im Süden Deutschlands ist das Risiko derzeit erhöht, in den kommenden Tagen dürfte es auch im Osten zunehmen.
Gerade mit Blick auf das sonnig-warme Wochenende, an dem viele Menschen Zeit im Freien verbringen, ist Vorsicht geboten. Offenes Feuer im oder am Wald sollte vermieden werden oder nur an ausgewiesenen, gesicherten Stellen erfolgen.
Noch keine flächendeckende Entwarnung
Ab Samstag gelangt von Westen her feuchtere Luft nach Deutschland. Schauer und Gewitter verdrängen zunehmend das zuvor frühsommerlich anmutende Wetter. Auch in der neuen Woche deutet sich eine insgesamt wechselhafte Witterung an.
Ob die besonders trockenen Regionen dabei ausreichend und vor allem flächendeckenden Niederschlag erhalten, bleibt jedoch fraglich. Gerade bei Gewitterlagen fallen Niederschläge häufig nur lokal kräftig aus, während andere Gebiete weitgehend trocken bleiben.