Was Autofahrer wissen sollten, bevor sie auf Tour gehen
Die Deutschen lieben ihre Autos und folgerichtig mögen sie es auch, damit in den Urlaub zu fahren. Laut einer im Jahr 2024 veröffentlichten ADAC-Studie nutzen ganze 55 Prozent der Bundesbürger den eigenen Pkw für die Fahrt zum ersehnten Reiseziel. Aus guten Gründen. Wer mit dem Auto fährt, ist schließlich unabhängig und kann jederzeit einen Zwischenstopp einlegen.
Ist ein solcher Stopp jedoch unfreiwillig, bekommt die Reisefreude schnell einen Dämpfer. Insbesondere dann, wenn ein platter Reifen die Ursache ist. Wie man einem solchen Risiko vorbeugen kann und was die Wetterbedingungen damit zu tun haben, beleuchten die folgenden Zeilen.
Je niedriger die Temperatur, desto niedriger der Reifendruck
Welcher Reifendruck ist für welches Fahrzeug optimal? Das entscheidet hauptsächlich der Hersteller, dessen Vorgaben in der Fahrzeuganleitung sowie im Auto selbst zu finden sind. Abhängig sind die Werte sowohl vom Fahrzeugmodell und der Reifengröße als auch von der Beladung.
Der richtige Reifendruck ist ebenso wichtig wie eine hohe Qualität der Autoreifen, die Anbieter wie Pneus gewährleisten. Er garantiert einerseits kurze Bremswege und ein stabiles Kurvenverhalten des Fahrzeugs. Andererseits verhindert er eine gefährliche Überhitzung und damit Reifenplatzer.
Ist er zu gering, kommt es nicht nur zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch und einem schnelleren Verschleiß der Reifen. Schlimmer noch: Durch einen starken Materialabrieb kann es zu Reifenschäden und einem daraus resultierenden Sicherheitsrisiko beim Fahren kommen.
Besonders im Winter steigt diese Gefahr. Denn je kälter die Umgebung ist, desto geringer ist auch der Druck im Autoreifen. Bereits bei einer Temperatur um den Gefrierpunkt herum kann er um bis zu 0,2 bar sinken. Herrschen frostige Temperaturen von minus zehn Grad Celsius, verringert sich der Luftdruck im Reifen sogar um bis zu 0,3 bar.
Tipp: Im Winter kann es sinnvoll sein, den Reifendruck prophylaktisch um 0,2 bar zu steigern. Verringert er sich aufgrund der niedrigen Umgebungstemperatur, erreicht er folglich sein empfohlenes Niveau. Allerdings kommt dieser Trick nur infrage, wenn die winterlichen Wetterbedingungen mehrere Tage am Stück anhalten.
Wie hängen Temperatur und Reifendruck zusammen?
Dass der Druck im Reifen schwankt, hängt direkt mit der Umgebungstemperatur zusammen. Ist es draußen kalt, verlangsamt sich die Bewegung der Luftmoleküle innerhalb des Autoreifens. Sie ziehen sich zusammen und nehmen dadurch weniger Platz ein. Darum verringert sich der Reifendruck. Ist es dagegen warm, vergrößert sich ihr Abstand zueinander und sie beanspruchen mehr Raum. Der Reifendruck erhöht sich.
Keinesfalls sollte man nun den Fehler machen, ihn manuell zu verringern.
Denn haben die Reifen im Sommer zu wenig Luft, ist die Gefahr für einen Reifenplatzer hoch. Paradoxerweise viel höher als bei Autoreifen mit etwas zu viel Druck. Das gilt insbesondere dann, wenn die Außentemperaturen über 30 Grad Celsius liegen.
Doch warum ist ein niedriger Reifendruck bei Hitze so gefährlich?
Verantwortlich dafür ist hauptsächlich der Straßenbelag. Im Hochsommer kann dieser sich schnell auf mehr als 60 Grad Celsius erhitzen. Das sowie die hohe Reibung während der Fahrt belasten den Reifen.
Hat dieser zudem einen geringen Luftdruck, ist seine Auflagefläche auf dem heißen Straßenbelag umso größer. Er heizt sich folglich noch schneller auf und kann teils Temperaturen von 100 Grad Celsius erreichen.
Dadurch können sich während der Fahrt kleine Stücke der Lauffläche lösen. Mit der Zeit entstehen dadurch drastische Schäden am Reifen, die sowohl das Fahrverhalten des Autos als auch dessen Kraftstoffverbrauch beeinflussen.
Reißt die Lauffläche komplett ab, kann es schließlich zu einem gefährlichen Reifenplatzer kommen.
Achtung: Aus genau diesem Grund sind Winterreifen im Sommer ein besonders hohes Risiko. Denn ihre Gummimischung ist weicher als jene von Sommerreifen. Sie können dadurch nicht nur schneller verschleißen. Sie reagieren auch deutlich empfindlicher auf Hitze.