
Die Erntebilanz 2026 fällt so schwach aus wie seit Jahren nicht. Hitze und Trockenheit haben Weizen, Raps und vor allem den Körnermais getroffen, jetzt läuft die Kartoffel- und Rübenernte auf knochentrockenen Böden. Der Bund spricht von einer Krise von nationaler Tragweite und stellt rund eine Milliarde Euro bereit. Und das Wetter? Bringt bis Montag kaum Regen.
Körnermais bricht um mehr als ein Viertel ein
Der Erntebericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums vom 2. September beziffert die deutsche Getreideernte auf rund 37,4 Millionen Tonnen, gut sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Beim Winterweizen liegt der Hektarertrag etwa zehn Prozent unter 2025, beim Winterraps knapp zwölf Prozent. Am härtesten trifft es den Körnermais mit 73,5 Dezitonnen je Hektar, ein Minus von gut 27 Prozent. Bayern kommt 8,6 Prozent unter das langjährige Mittel. Ursache war ein zu trockenes Frühjahr und die Junihitze mitten in der Kornfüllung, die vielerorts zur Notreife führte.
Futter wird knapp, Heu deutlich teurer
Für die Tierhalter ist die Lage besonders angespannt: Grünland und Silomais lieferten deutlich weniger als üblich, vor allem im Süden fehlt Winterfutter. Allein im August verteuerte sich Heu bundesweit um 17 Prozent, so das Ministerium, das von einer Krise von nationaler Tragweite in Land- und Forstwirtschaft spricht. Minister Alois Rainer kündigte Liquiditätshilfen von rund einer Milliarde Euro an, darunter 500 Millionen Euro Darlehen über die Landwirtschaftliche Rentenbank und 60 Millionen Euro Düngemittelhilfe. Bei Kartoffeln zeichnet sich ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis ab, bei Zuckerrüben regional ein deutlich schlechteres.
Trockene Rodung, aber kein Landregen
Am Mittwoch zieht eine Kaltfront durch und drückt die Höchstwerte von 27 bis 33 Grad am Dienstag auf 17 bis 23 Grad. Dabei sind im Südosten und im Westen kräftige Gewitter mit Starkregen und Sturmböen möglich, am Alpenrand regnet es länger. Ab Donnerstag übernimmt Hochdruck: Bis Montag bleibt es weitgehend trocken bei 18 bis 25 Grad, die Nächte kühlen auf einstellige Werte ab. Für die laufende Kartoffel- und Rübenrodung sind trockene, siebfähige Böden willkommen. Die tieferen Bodenschichten füllt solches Wetter aber nicht, dafür braucht es das Winterhalbjahr.
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.







