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Gewitter zur Apfelernte im Süden: Fallobst und Hagelschäden

15. September 2026·18:07 Uhr
2 Min. Lesezeit
AgrarwetterGewitter
Gewitter zur Apfelernte im Süden: Fallobst und Hagelschäden

In Deutschlands Obstanlagen läuft die Hauptlese - und ausgerechnet jetzt wird das Wetter ungemütlich. Nach einem Sommer mit Hitze, Dürre und Hagel fällt die Apfelernte ohnehin magerer aus als gewohnt. Am Mittwoch ziehen kräftige Gewitter über die Südosthälfte, danach bleibt es bis Montag windig. Für reife Äpfel am Baum ist beides heikel.

Kleinere Früchte nach dem Dürresommer

Das Statistische Bundesamt rechnet für 2026 mit rund 934.000 Tonnen Äpfeln. Das sind 5,4 Prozent weniger als im Mittel der Jahre 2016 bis 2025 und sogar rund 204.000 Tonnen oder 17,9 Prozent weniger als im starken Vorjahr. Als Gründe nennt die Behörde wiederholte Hitzeperioden und die anhaltende Trockenheit in Frühjahr und Sommer: Viele Früchte fielen vorzeitig ab, blieben klein oder bekamen Sonnenbrand, örtlich vernichtete Hagel ganze Anlagen. Am stärksten trifft es Thüringen mit einem Minus von 45,1 Prozent, danach folgen Mecklenburg-Vorpommern und Bayern.

Gewitter am Mittwoch, Wind bis Montag

Am Mittwochnachmittag entwickeln sich in der Südosthälfte einzelne kräftige Gewitter. Wir erwarten Starkregen um 25, örtlich 30 Liter pro Quadratmeter, Sturmböen bis 85 und vereinzelt bis 100 Kilometer pro Stunde sowie Hagel bis zu zwei Zentimeter Korngröße. In der Nacht zum Donnerstag geht der Niederschlag am Alpenrand und in Südostbayern in länger anhaltenden Regen über, dort sind 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter in zwölf Stunden möglich. Anschließend übernimmt eine Westlage: Von Donnerstag bis Montag weht an den Küsten und in den Mittelgebirgen ein lebhafter Wind mit stürmischen Böen.

Warum Wind für Obstbauern zählt

Vor der Lese entscheidet jede Böe über den Erlös: Was vom Baum fällt, taugt meist nur noch als Mostobst, und Hagelkörner hinterlassen Dellen, die die Ware aus dem Supermarktregal nehmen. Am Bodensee, wo neben dem Alten Land der Großteil der deutschen Äpfel wächst, begann die Lese erneut früher als gewohnt. Der Obstbauer Vinzenz Bernhard rechnet dort mit etwa zehn Prozent weniger Ertrag und beschreibt, dass sich die Ernte seit den 1970er-Jahren Jahr für Jahr um rund einen Viertel Tag nach vorn verschiebt. Früchte unter 65 Millimetern landen in der Mosterei. Der Regen dieser Woche kommt auf verkrusteten Böden zudem kaum in die Tiefe.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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