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Hagel auf Deutschlands Feldern: 115 Millionen Euro Schaden

12. September 2026·12:06 Uhr
2 Min. Lesezeit
AgrarwetterGewitter
Hagel auf Deutschlands Feldern: 115 Millionen Euro Schaden

Das Jahr 2026 bleibt Deutschlands Landwirten in schlechter Erinnerung: Erst vertrocknete das Frühjahr, dann zerschlugen Hagelkörner reihenweise Obst- und Getreidefelder. Eine frische Schadenbilanz zeigt jetzt, wie teuer diese Kombination wird - und warum viele Höfe innerhalb weniger Wochen gleich mehrfach getroffen wurden.

18.000 Schadenmeldungen bis Anfang September

Die Ernteversicherung VEREINIGTE HAGEL registrierte bis Anfang September rund 18.000 Hagelschadenmeldungen in Deutschland, etwa elf Prozent mehr als üblich. Die Entschädigungen summieren sich bislang auf rund 115 Millionen Euro; rechnet man versicherte und nicht versicherte Flächen zusammen, kommt das Unternehmen auf ein Schadenvolumen von bis zu 300 Millionen Euro. Besonders heftig war der Juli mit 6.765 Meldungen, rund 56 Prozent über einem durchschnittlichen Juli. Der Deutsche Wetterdienst zählte deutschlandweit rund 600 Hageltage, knapp fünf Prozent mehr als im Mittel der Jahre 2016 bis 2025.

Jeder achte Betrieb traf es mehrfach

Das Ungewöhnliche an 2026 ist nicht das einzelne Unwetter, sondern die Häufung. 1.100 Betriebe wurden an mindestens zwei verschiedenen Tagen von Hagel getroffen, also etwa jeder achte betroffene Hof. Mitte Juli allein schlugen Gewitter binnen 48 Stunden auf rund 100.000 Hektar ein. Im Alten Land südlich der Elbe richteten drei Hagelzüge am 4. und 9. Juni sowie am 1. Juli über 30 Millionen Euro Schaden an, rund zwei Drittel der gut 8.300 Hektar Apfelfläche waren betroffen. Beschädigte Äpfel bringen als Most- oder Schälware bis zu 80 Prozent weniger Erlös als Tafelobst.

Dürre verschärft die Lage - und die Saison läuft weiter

Zum Hagel kam die Trockenheit. Im Frühjahr fielen in Bayern nur rund 101 Liter pro Quadratmeter statt der üblichen 223 Liter, der trockenste Vergleichszeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen 1931. Den Dürreschaden schätzt der Deutsche Raiffeisenverband auf rund 600 Millionen Euro, versichert ist davon fast nichts: bundesweit weniger als ein Prozent der Fläche. Beendet ist die Gewittersaison derweil nicht. Am Sonntag und Montag ziehen im Westen und in der Mitte einzelne kräftige Gewitter auf, lokal auch mit Hagel. Zur Wochenmitte erwarten wir kräftigen Regen, am Alpenrand bis zu 60 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.

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