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Herbstlaub in Deutschland: Dürre trübt den goldenen Oktober

24. September 2026·15:05 Uhr
2 Min. Lesezeit
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Herbstlaub in Deutschland: Dürre trübt den goldenen Oktober

Braune Buchenblätter im August, kahle Birken im September: Der Dürresommer hat vielen Bäumen das Laub gekostet, bevor es sich überhaupt verfärben konnte. Und die kommenden Tage helfen nicht weiter. Bis zu 31 Grad, viel Sonne und laue Nächte bremsen die Farbpracht zusätzlich. Wie viel bleibt da noch vom goldenen Oktober?

Braune Blätter schon im Hochsommer

Schon Ende Juli meldete der Landesbetrieb Wald und Holz NRW erste Herbstfärbung an Stadt- und Waldbäumen und nannte den Zeitpunkt bemerkenswert früh. Für Heiner Heile vom Zentrum für Wald und Holzwirtschaft ist der vorzeitige Laubfall ein sichtbares Zeichen von Trockenstress: Reicht das Wasser nicht mehr bis in die Krone, wirft der Baum Blätter ab, um Verdunstung zu sparen. Betroffen sind Buchen, Linden, Birken, Hainbuchen und Eichen. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zählte Anfang September 273 von 400 Kreisen im Dürrebereich, 198 davon in extremer oder außergewöhnlicher Dürre.

Warum Laub bunt wird – und wann nicht

Die Farben steuert nicht die Kälte, sondern das Licht. Mit kürzeren Tagen baut der Baum sein grünes Chlorophyll ab und holt die wertvollen Nährstoffe ins Holz zurück. Übrig bleiben gelbe Xanthophylle und orangerote Karotinoide. Das kräftige Rot von Ahorn und Kirsche entsteht dagegen durch frisch gebildete Anthocyane, und das gelingt am besten bei sonnigen Tagen und kühlen, aber frostfreien Nächten. Bricht der geordnete Ablauf durch Trockenheit vorzeitig ab, dominieren Gerbstoffe, und das Blatt wird einfach braun und fällt.

Unsere Vorhersage: mild, sonnig, trocken

Daran ändert sich vorerst nichts. Ab Freitag setzt sich Hochdruck durch, am Sonntag scheint verbreitet die Sonne bei 22 bis 27 Grad, im Südwesten 25 bis 29 und am Oberrhein bis 31 Grad, während der Norden mit 18 bis 23 Grad kühler bleibt. Von Montag bis Mittwoch halten sich die spätsommerlichen 24 bis 29 Grad, die Nächte kühlen nur auf 15 bis 7 Grad ab. Nennenswerter Regen ist bis Anfang Oktober nicht in Sicht. Für leuchtende Rottöne sind diese Nächte zu mild, die Farbwende verschiebt sich nach hinten – dort, wo überhaupt noch Laub hängt.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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