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Asiatische Hornisse im Südwesten: Nestzahl hat sich verdoppelt

24. September 2026·12:10 Uhr
2 Min. Lesezeit
AgrarwetterWettertrend
Asiatische Hornisse im Südwesten: Nestzahl hat sich verdoppelt

Im Südwesten hat sich die Zahl der gemeldeten Nester der Asiatischen Hornisse binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Ausgerechnet jetzt beginnt die entscheidende Phase: Ab Anfang Oktober schlüpfen die Jungköniginnen. Und der erste Frost, der die Völker beendet, ist bei 25 bis 30 Grad im Südwesten nirgends in Sicht.

Über 2.000 Nester allein in Baden-Württemberg

Von Frühjahr bis Ende August wurden in Baden-Württemberg mehr als 2.000 Gründungsnester der Asiatischen Hornisse gemeldet, im Vorjahreszeitraum waren es gut 900. Rund 1.450 davon wurden entfernt, etwa drei Viertel aller Meldungen, dazu 45 der großen Sekundärnester bei knapp 120 gemeldeten. Bis Jahresende rechnet die Landesanstalt für Umwelt mit bis zu 2.000 weiteren Sekundärnestern, so Carolin Rein von der Landesanstalt für Bienenkunde in einer dpa-Meldung vom 3. September. Seit März 2025 gilt die Art laut Umweltbundesamt bundesweit als etabliert, eine Beseitigungspflicht besteht seither nicht mehr.

Ohne Frost läuft die Saison einfach weiter

Ein Hornissenvolk lebt nur ein Jahr. Ab Anfang Oktober schlüpfen im Sekundärnest die Jungköniginnen, sie paaren sich und suchen ein Winterquartier, das übrige Volk stirbt mit dem ersten Frost, meist im Laufe des Novembers. Wie viele begattete Jungköniginnen es schaffen, entscheidet damit über das kommende Jahr. Frost ist vorerst kein Thema: Bis Mittwoch erwarten wir im Süden und Südwesten 25 bis 30 Grad, am Oberrhein örtlich 31 Grad, im Norden 16 bis 23 Grad, dazu milde Nächte von 13 bis 5 Grad. Erst ab dem 1. Oktober wird es wechselhafter und mit 18 bis 23 Grad kühler.

Jetzt werden die Nester sichtbar

Die kugeligen Sekundärnester hängen meist hoch in den Baumkronen und fallen erst auf, wenn das Laub fällt – nach dem Dürresommer vielerorts Wochen früher als sonst. Wie groß sie werden, zeigt ein Fund im Westerwald: Am 6. September holten geschulte Imker mit der Feuerwehr ein Nest von rund 60 Zentimetern Durchmesser aus 14 Metern Höhe. Ein Volk füttert seine Brut nach Schätzungen des Projekts Velutina mit etwa elf Kilogramm Insekten im Jahr, vor Bienenständen kann der Jagddruck ab September dazu führen, dass die Bienen kaum noch ausfliegen. Nester sollte man nie selbst entfernen, sondern der Unteren Naturschutzbehörde melden.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.

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